Grubenunglück in Sibirien Tote Kumpel geborgen


In Sibirien sind nach einer Explosion in einem Kohlebergwerk über 100 Arbeiter unter Tage eingeschlossen. Die Rettungskräfte arbeiten fieberhaft, die meisten Bergleute konnten offenbar gerettet werden, doch für viele Kumpels kam die Hilfe zu spät.

Nach der schweren Explosion in einem sibirischen Kohlebergwerk haben Rettungskräfte die ersten Todesopfer geborgen. Nach vorläufigen Angaben seien 21 Leichen unter Tage gefunden worden, teilte der Zivilschutz am Montag in der betroffenen Region Kemerowo mit. Es sei mit weiteren Todesopfern zu rechnen, sagte ein Mitarbeiter der technischen Aufsichtsbehörde am Montag der Agentur Interfax. Es handele sich um ein "sehr schweres Unglück". Die Zahl der weiterhin unter Tage vermuteten Arbeiter wurde von den Behörden auf bis zu 130 erhöht.

Zum Zeitpunkt der Explosion am Morgen hielten sich bis zu 186 Arbeiter unter Tage auf. Etwa 55 von ihnen konnten bislang lebend geborgen werden. Das Unglück ereignete sich kurz vor dem Schichtwechsel. Ursache war nach Angaben von Interfax eine Explosion von Kohlestaub oder Methangas.

Die Schachtanlage liegt in der wichtigsten russischen Kohleregion Kusbass im Gebiet Kemerowo. Das Bergwerk in der Stadt Nowokusnezk war erst im Oktober 2002 in Betrieb genommen worden und fördert drei Millionen Tonnen Kohle im Jahr. Die russischen Kohleminen gehören zu den gefährlichsten der Welt und werden immer wieder von Explosionen erschüttert. Beim schwersten Grubenunglück der vergangenen Jahre waren im April 2004 in einem Nachbarbergwerk 47 Bergleute ums Leben gekommen.

DPA DPA

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