Nach dem Tod von zwei Menschen auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Hamburg ermittelt die Mordkommission. Es bestehe der Verdacht eines Tötungsdeliktes, teilte die Hamburger Polizei mit.
Nach bisherigen Erkenntnissen hätten sich beide Personen – eine 18-jährige Frau und ein 25 Jahre alter Mann – am Donnerstagabend unabhängig voneinander auf dem Bahnsteig der Station Wandsbek Markt aufgehalten. Dann habe der Mann die Frau gegriffen und sich mit ihr aus unbekannten Gründen vor die einfahrende U-Bahn gestürzt. Die beiden sollen sich nicht gekannt haben.
Der Mann sei zuvor bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten und stamme aus dem Südsudan. Die Frau habe die iranische Staatsangehörigkeit. Weitere Auskünfte seien zu dem Fall derzeit nicht möglich, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Eine Mordkommission soll nun die Hintergründe aufklären. "In diesem Zusammenhang sicherten die Beamtinnen und Beamten Beweismittel, darunter Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen, die derzeit ausgewertet werden", so die Polizei.
U-Bahn-Strecke in Hamburg zeitweise gesperrt
Nach dem tödlichen Vorfall waren viele Rettungskräfte und Polizeibeamte in und vor der Station unterwegs. Polizisten sicherten die Eingänge ab, damit niemand Unbefugtes die Station betreten konnte. Die beiden Toten wurden in der Nacht in Holzsärgen über die Rolltreppen aus der U-Bahn gebracht.
Rat und Hilfe
Sie haben suizidale Gedanken? Befinden Sie sich in einer psychischen Krise? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und (0800) 1110222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail oder Chat ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Bei unmittelbarer Suizidgefahr: Wählen Sie den Notruf 112, wenn Sie selbst akut gefährdet sind oder es jemand in Ihrem Umfeld ist. In akuten Krisen steht auch der medizinische Notdienst unter 116 117 zur Verfügung.
Der U1-Verkehr zwischen den Haltestellen Wartenau und Wandsbek-Gartenstadt war wegen des Vorfalls zeitweise unterbrochen worden. Inzwischen ist die Linie U1 wieder normal unterwegs, wie aus der App des Hamburger Verkehrsverbunds hervorging.
Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert und um weitere Informationen ergänzt.