HOME

Horn von Afrika: Piraten greifen US-Frachter mit Granaten an

Somalische Piraten haben erneut einen amerikanischen Frachter angegriffen. Laut US-Medien attackierten die Seeräuber die "Liberty Sun" mit Granaten und automatischen Waffen. Das Schiff konnte entkommen und flüchtete sich in die Obhut eines US-Zerstörers.

Ein US-Schiff ist einem Piratenüberfall am Horn von Afrika entkommen. Die Besatzung der "Liberty Sun" blieb nach Angaben des Schiffseigners unverletzt, das Schiff wurde aber beschädigt, als die Piraten den Frachter mit automatischen Waffen und Granaten beschossen.

Die "Liberty Sun" war mit Hilfsgütern auf dem Weg von Houston in Texas nach Mombasa in Kenia. Der Besatzung gelang es, den Seeräubern dank geschickter Ausweichmanöver zu entkommen, wie ein Sprecher der US-Marine später in Bahrain am Stützpunkt der 5. Flotte mitteilte. "Das kann alles Mögliche sein: vom Zick-Zack-Kurs bis zum Beschleunigen und solchen Dingen. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass dies sehr effektiv ist."

Als das Kriegsschiff "USS Bainbridge" die "Liberty Sun" rund fünf Stunden nach der Meldung des Überfalls am Dienstag erreichte, waren die Piraten bereits wieder verschwunden.

Zuvor hatten sich dramatische Szenen an Bord des Frachters abgespielt. "Wir werden von Piraten angegriffen, wir werden von Raketen getroffen", schrieb Besatzungsmitglied Thomas Urbik in einer E-Mail an seine Mutter. "Wir haben uns im Maschinenraum verbarrikadiert. Bislang ist niemand verletzt. Eine Rakete hat das Bugschott durchdrungen, das Loch ist aber klein. Kleines Feuer, aber gelöscht."

Fregatte kapert Piratenboot

Unterdessen griff die französische Fregatte "Nivôse" im Indischen Ozean erstmals ein kleines Piraten-Mutterschiff an und nahm elf Seeräuber fest. Das zehn Meter lange Piratenschiff sei etwa 900 Kilometer östlich von Mombasa abgefangen worden, teilte das Pariser Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Es habe zwei kleine Boote für den Angriff auf Schiffe und 17 Fässer mit je 200 Liter Treibstoff an Bord gehabt. Die Seeräuber würden auf der "Nivôse" festgehalten.

AP/DPA / AP / DPA