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Italien: "Lustloser" Briefträger hortete eine halbe Tonne Post in seiner Garage

Acht Jahre lang verweigerte ein Postbote aus Norditalien seinen Job. Und keiner bemerkte es. Nur die Menschen der Region wunderten sich über ausbleibende Rechnungen, Päckchen und Postkarten. Erst nach der Zwangsräumung seiner Garage kam man dem Mann auf die Schliche.

Ein Postbeamter trägt eine Kiste voller Briefe

Unzählige Kisten voller Post fanden Arbeiter, als sie eine Garage in Norditalien zwangsräumten (Symbolbild)

Picture Alliance

Die Postzustellung in der bergigen Alpenregion ist sicher kein Zuckerschlecken. Was ein Briefträger aus Norditalien allerdings tat, um seinen Arbeitsalltag deutlich zu erleichtern, sollte sich kein Kollege zum Vorbild nehmen: Der Mann trug schlicht acht Jahre lang(!) keine Briefe mehr aus.

Stattdessen hortete der lustlose Austräger die Post einfach bei sich zu Hause in der Garage. Insgesamt kam so über eine halbe Tonne Briefe zusammen, die jahrelang ihre Empfänger nicht erreichten. Die wunderten sich zwar immer wieder, doch es sollte lange dauern, bis man dem Grund für das Verschwinden der Sendungen auf die Spur kam.

Postbote hortete 500 Kilo Briefe

Die Briefe wurden schließlich gefunden, als Arbeiter einer Wiederaufbereitungsanlage beauftragt worden waren, die Garage zu leeren. Dabei stießen sie auf 43 gelbe Plastikbehälter der Post. Darin waren alte Rechnungen, Kontoauszüge, Steuerbescheide und Wahlwerbung. Auch zahlreiche kleine Päckchen waren dabei. Post also, die für die Menschen der Region durchaus wichtig war und deren Nichtzustellung vielen Probleme bereitet haben dürfte. Selbst im Wohnzimmer des Mannes fand man schließlich noch Briefe.

Laut der Polizei handelt es sich um den größten Fund nicht zugestellter Post in Italien. Die Briefe sollen nun endlich an ihre Adressaten verteilt werden. Ob die jetzt noch viel damit anfangen können, ist allerdings fraglich.

Der Postbote wurde vorerst vom Dienst suspendiert. Die italienische Post bezeichnete ihn als "lustlos" – das wirkt, gelinde gesagt, ein wenig untertrieben. Jetzt widmen sich Staatsanwaltschaft und die italienische "Kommunikationspolizei" dem Fall. Beim Täter soll es sich um einen 56-jährigen Mann namens Andrea C. handeln. Den könnte seine Faulheit nun teuer zu stehen kommen.

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wt
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