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Kampusch-Entführung: Priklopil war Einzeltäter

Bei der Entführung der Österreicherin Natascha Kampusch haben die Behörden nach umfangreichen Ermittlungen Hintermänner oder Komplizen ausgeschlossen. "Wir sind sicher, dass es keine Mittäter gab", sagte Ernst Geiger vom Bundeskriminalamt am Freitag vor Journalisten.

Im Fall des österreichischen Entführungsopfers Natascha Kampusch hat es offenbar nur einen Täter gegeben. Dass Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil Komplizen oder Mitwisser hatte, sei auszuschließen, sagte der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft von Wien, Werner Pleischl, am Freitag bei der Vorstellung der Ergebnisse neuer Ermittlungen zu dem Fall. Auch der Verdacht gegen Priklopils Freund Ernst H. habe sich nicht erhärtet, sagte Pleischl laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Natascha Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft konnte sie am 23. August 2006 aus dem Haus ihres Peinigers fliehen, ihr Entführer Wolfgang Priklopil nahm sich noch am selben Abend das Leben. Aufgrund neuer Vorwürfe waren die Ermittlungen im vergangenen Oktober wieder aufgenommen worden. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob Priklopil Einzeltäter war. Sein Freund H. hatte frühere Aussagen widerrufen und gestanden, dass Priklopil ihm kurz vor dem Selbstmord von der Entführung berichtet habe. Seit November wurde er als Mitbeschuldigter geführt.

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben seit Wiederaufnahme der Ermittlungen 110 Menschen befragt, 30 davon als Zeugen. Auch DNA-Spuren, die im Haus von Priklopil in Strasshof genommen worden seien, deuteten nicht auf weitere Täter hin.

AFP/AP/Reuters / AP / Reuters