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Nach Tod von Michael Brown: US-Promis rufen zu Shopping-Boykott auf

Mehrere Promis haben zu einem Boykott des wichtigsten Tags im US-Einzelhandel aufgerufen, dem Black Friday. Anlass ist der Fall des getöteten schwarzen Jugendlichen Michael Brown.

Mehrere farbige US-Prominente haben im Internet dazu aufgerufen, den traditionellen Einkaufstag Black Friday am Freitag nach Thanksgiving zu boykottieren. Unter den Stichwörtern #BlackoutBlackFriday und #NotOneDime argumentierten am Donnerstag viele Nutzer des Kurzbotschaftendiensts Twitter, dass nur ein Einkaufsboykott helfe, das Justizurteil zugunsten des Polizisten Darren Wilson abzuändern. Der weiße Polizist hatte den unbewaffneten Schwarzen Michael Brown erschossen. Eine sogenannte Grand Jury entschied, dass die Beweise für eine Anklage nicht ausreichten.

Der Hip-Hop-Unternehmer Russel Simmons machte sich ebenso für den Boykott stark wie die Schauspielerin Kat Graham. "Wir haben die Macht, unsere Nation zu verändern", schrieb die Darstellerin aus der Fernsehserie "Vampire Diaries" auf Twitter. Der aus der Krankenhausserie "Grey's Anatomy" bekannte Schauspieler Jesse Williams twitterte sinngemäß: "Ohne Gerechtigkeit kein Profit, die Mächtigen von Staat und Unternehmen sprechen nur die Sprache des Gelds, also lasst uns mit ihnen sprechen." Zudem verlinkte er einen Video-Zusammenschnitt, der besonders drastische Fälle von Polizeigewalt zeigt.

In Ferguson, einem Vorort von St. Louis, war am 9. August der 18-jährige Brown von Wilson erschossen worden. Am Montag wurde bekannt, dass sich der Polizist nicht für die Schüsse vor Gericht verantworten muss. Daraufhin gab es in Ferguson heftige Krawalle und landesweit Proteste. Viele Kritiker halten Rassismus und Diskriminierung für ein tief verwurzeltes Problem in den US-Sicherheits- und Justizbehörden.

ono/DPA / DPA