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Oberfranken: Sie fraß einen Giftköder und starb: Das tragische Schicksal von Rettungshündin Leeluu

Im fränkischen Kronach ist ein Rettungshund durch einen Giftköder gestorben. Das Tier hatte zuletzt bei der Suche nach einer dementen Frau geholfen. Der Leiter der ehrenamtlichen Hundestaffel macht seinem Ärger auf Facebook Luft – und erntet viel Zuspruch.

Rettungshündin Leeluu

Rettungshündin Leeluu

Leeluu war acht Jahre alt, ein Rhodesian Ridgeback, ausgebildeter Personenspürhund. Rettungshunde wie Leeluu kommen zum Einsatz, wenn Menschen in Notlagen sind, nicht mehr nach Hause finden, weil sie sich verlaufen haben. Oder weil sei krank sind und den Weg von allein nicht mehr finden können. Leeluu war einsatzerprobt. Zuletzt hatte sie bei der Suche nach einer dementen Frau geholfen. Der Einsatz glückte: Die Dame wurde gefunden.

Es war der letzte Einsatz für den Personenspürhund, der zusammen mit seiner Besitzerin in einem kleinen Ort in der Nähe des fränkischen Kronach lebte. Die Hündin fraß in der Vorweihnachtswoche einen Giftköder und starb drei Tage später in einer Tierklinik, wie es in einer Mitteilung auf Facebook heißt. "Das ist bitter, das ist die Ironie dabei", sagt Manfred Burdich, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing in Kronach gegenüber dem stern. Ein Tier, das in erster Linie dafür da sei "anderen Menschen zu helfen", stirbt schließlich selbst durch Menschenhand.

Burdich veröffentlichte den Vorfall Ende Dezember auf seiner Facebook-Seite. Zunächst habe er nur andere Hundehalter in näherer Umgebung warnen und sensibilisieren wollen. Doch das Schicksal der Hündin bewegte viele Menschen. Der Beitrag wurde inzwischen mehr als 1000 Mal geteilt.

Die Welle an Zuspruch habe ihn "überrascht", sagt der Hundetrainer. Dennoch freue er sich über die Aufmerksamkeit, da Giftköder ein "flächendeckendes Problem" seien. In Deutschland existiert kein zentrales Melderegister für Giftköder, offizielle Zahlen sind rar. Nach Angaben der Tierschutzorganisation "Peta" ist allerdings davon auszugehen, dass die Anzahl an ausgelegten Ködern in den letzten Jahren vielerorts zugenommen hat. Nach Angaben des Landeskriminalamts in München trifft das zu, zumindest für das Bundesland Bayern. Dort ist die Anzahl der Fälle zwischen den Jahren 2011 und 2014 angestiegen – von 60 auf 100 bekannte Fälle. 

Tragischer Verlust

Bereits seit längerem fordern Tierschützer ein deutschlandweites Melderegister für Giftköder, auch um die tatsächliche Gefährdung durch ausgelegtes Gift besser beurteilen zu können. Das Ausbringen von Giftködern verstößt in Deutschland gegen das Tierschutzgesetz und kann entweder mit einer Geldbuße oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

"Leider verlaufen Anzeigen bei der Polizei oft im Sand, wenn keine weiteren Hinweise eingehen", sagt Manfred Burdich. Er warnt davor, das Thema zu bagatellisieren. "Es ist für jeden Menschen dramatisch, seinen Hund auf diese Art und Weise zu verlieren." Vor allem für ältere Menschen seien Hunde oft von unschätzbarem Wert, bester Freund und Familienersatz in einem.

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ikr