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Berlin Lieferdienst Gorillas entlässt etliche streikende Mitarbeiter

Berlin: Lieferdienst Gorillas entlässt etliche streikende Mitarbeiter
© Annette Riedl/ / Picture Alliance
Der Lieferdienst Gorillas hat nach monatelangen Streiks diverse Mitarbeiter fristlos entlassen. Betroffen sind Fahrradkuriere dreier Standorte in Berlin.

Seit Monaten demonstrieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Expresslieferdienstes Gorillas mit Streiks und Blockaden von Lagerhäusern für bessere Arbeitsbedingungen und Gehälter. Nun seien etliche von ihnen fristlos gekündigt worden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" , dem entsprechende  Kündigungsschreiben vorliegen.

Gorillas-Kündigungen ohne Angabe genauer Gründe

"Hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis außerordentlich aus wichtigem Grund fristlos", heißt es in den zweiseitigen Schreiben. Eine genauere Ausführung jenes Grundes fehlt. Vereinzelt seien sogar die Namen von Mitarbeitern falsch geschrieben worden, so "Der Spiegel".

In Telefonaten mit dem Nachrichtenmagazin berichteten einige der mittlerweile ehemaligen Mitarbeitenden, dass die "illegalen Streiks" Grund für die Kündigung seien. Ein Sprecher des Lieferdienstes bestätigt dies und erläutert, dass unangekündigte und nicht gewerkschaftlich getragene Streiks "rechtlich unzulässig" seien. Deshalb sehe man sich nach intensiver Abwägung gezwungen, den rechtlichen Rahmen durchzusetzen.

Berlin: Lieferdienst Gorillas entlässt etliche streikende Mitarbeiter

"Das bedeutet, dass wir das Arbeitsverhältnis mit denjenigen MitarbeiterInnen beenden, die sich aktiv an den nicht genehmigten Streiks und Blockaden beteiligt, den Betrieb durch ihr Verhalten behindert und ihre KollegInnen damit gefährdet haben."

Drei Standorte in Berlin betroffen

Auf Twitter berichtet das "Gorillas Worker’s Collective", eine Gruppe von Mitarbeitenden des Lieferdienstes, dass praktisch die gesamte Belegschaft von drei Berliner Lagerhäusern in Kreuzberg, Mitte und Tempelhof gefeuert worden sei.

Noch im Juli bekundete der Gründer des Express-Lieferdienstes Kağan Sümer das Gegenteil. "Ich würde niemals jemanden feuern, weil er streikt", sagte Sümer. "Ich mag, dass ihr für eure Rechte kämpft.“ Nun scheint es sich der Unternehmer anders überlegt zu haben.

Quelle:  "Der Spiegel"

jha

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