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Youtube-Video aufgetaucht So mauerten Täter die Tür der Hamburger S-Bahn zu

In den Türrahmen einer Hamburger S-Bahn ist eine weiße Mauer gebaut
Ein Bild, das für Aufsehen sorgt: die zugemauerte Tür der Hamburger S-Bahn
© AFP/Bundespolizei
Im April mauerten Unbekannte die Tür einer Hamburger S-Bahn zu. Bis heute wurden die Täter nicht gefasst. Nun ist ein Video aufgetaucht, das die Tat dokumentiert - und einen Bekenner gibt es auch.

Es war eine Aktion, die in Hamburg für Erstaunen und reichlich Ärger sorgte: Im April mauerten Unbekannte die Tür einer S-Bahn zu. Absolut passgenau, so zeigten es Bilder, hatten sie die großen, weißen Steine in dem Türrahmen verlegt. Dem Betreiber entstanden mehrere zehntausend Euro Sachschaden. Die Täter konnten entwischen - die Bundespolizei fahndet nach ihnen, da sie sich strafbar gemacht haben.

Umso verwunderlicher ist es, dass nun ein Video auf Youtube mit dem Titel "The Wall" aufgetaucht ist, dass die Unbekannten bei der Arbeit zeigt - sie ließen sich offenbar von Anfang bis Ende bei der Tat filmen. Inzwischen haben sich die bekannten Sprayer Moses und Taps zu der Aktion bekannt. Über die Webseite "Urban Shit" verkünden sie: " 'The Wall' gehört zu den absoluten Meisterstücken eines Kunstgenres, das man mit Konzept-Vandalismus umschreiben könnte." 

Online-Shop lud Video hoch

Das Video zeigt, wie zwei vermummte Männer Zement anrühren, wie sie am helllichten Tag die leere S-Bahn betreten, in aller Ruhe die Steine zuschneiden und anschließend die Mauer hochziehen. Am Ende füllen sie sogar Dichtmasse in die Fugen. Die Täter tragen Warnwesten der Deutschen Bahn. Anschließend fahren sie in dem Zug durch Hamburg und filmen die Reaktionen der Fahrgäste.

Der Kanal, auf dem das Video hochgeladen wurde, nennt sich "Nofugazi.org". Hinter der Adresse steckt ein Online-Bekleidungsshop mit Sitz in London. Auf der Facebook-Seite heißt es, die Inhalte würden nur verwandt, um die Marke authentisch wirken zu lassen. Man distanziere sich von eingebetteten Videos und wolle nicht zu kriminellen Handlungen anstiften.  

Die Bundespolizei geht diesem neuen Hinweis natürlich nach. "Unsere Ermittler werten jetzt das Video gründlich aus. Es gibt uns neue Ermittlungsansätze", sagte der Sprecher der Bundespolizei in Hamburg, Rüdiger Carstens. Den Tätern drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

kis

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