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Zurückbleiben, bitte!: Unbekannte mauern Tür in Hamburger S-Bahn zu

Wo die Täter zuschlugen, ist nicht klar, doch für Staunen sorgte die Aktion allemal: Unbekannte haben eine Mauer hochgezogen - direkt vor der Tür einer Hamburger S-Bahn. Die Bundespolizei ermittelt.

Die zugemauerte Tür in der Hamburger S-Bahn-Linie

Die zugemauerte Tür in der Hamburger S-Bahn-Linie

Mit Graffiti beschmierte S-Bahnen hat wohl jeder Großstadt bewohner schon mal gesehen. Auch verschmierte Sitze oder Brandlöcher im Polster sind nichts Neues. Was sich vermeintliche Scherzbolde jedoch jetzt haben einfallen lassen, übertrifft so ziemlich alles: Unbekannte haben die Tür einer Hamburger S-Bahn zugemauert.

Fotos zeigen, wie weiße Ytong-Steine fein säuberlich in den Türrahmen des Zuges eingepasst und verklebt worden sind. Die Bundespolizei bestätigte den Vorfall.

Erste Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass die Täter in der Nacht zum Dienstag mauerten, als der Zug auf einem Abstellgleis im Stadtteil Barmbek stand. Die 17 Steine waren laut Bundespolizei exakt auf den Eingangsbereich zugeschnitten und professionell aufeinandergestapelt. "Die Steine waren genau abgemessen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. "Da ist durchaus handwerkliches Geschick dahinter."

Zug fährt einmal quer durch die Stadt

Das Kuriose an der ganzen Sache: Die Bahn war bereits einmal quer durch Hamburg gefahren, bis der Schaden gemeldet wurde. Gegen 15.10 Uhr hatte der Zug ein Abstellgleis im S-Bahnhof Barmbek verlassen und fuhr bis nach Blankenese - die Fahrt dauert gut eine dreiviertel Stunde. Danach ging es zurück Richtung Bahnhof Altona, wo die zugemauerte Tür entdeckt wurde. Zwei Haltestellen später mussten alle Fahrgäste den Angaben zufolge den Zug verlassen.

Die Bundespolizei konnte in der S-Bahn Spuren sichern, auch Videomaterial soll ausgewertet werden. Das könne aber noch einige Zeit in Anspruch nehme, hieß es. Noch ist nicht klar, wo genau die Täter zuschlugen.

Der finanzielle Schaden beläuft sich der Bundespolizei zufolge auf mehrere 10.000 Euro. Den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe. "In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei eindringlich vor Nachahmungstaten", schrieb die Bundespolizei.

kis
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