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Methanverpuffung im Stall: Kühe pupsen Dach kaputt

Wenn ein Stalldach den Ausdünstungen einer Rinderherde den Abzug versperrt, kann dies explosive Folgen haben. So wie bei einer Verpuffung im hessischen Rasdorf geschehen.

Im hessischen Rasdorf haben die Blähungen einer Kuhherde zu einem Polizeieinsatz geführt

Im hessischen Rasdorf haben die Blähungen einer Kuhherde zu einem Polizeieinsatz geführt

Pupsende und rülpsende Kühe haben in Hessen beinahe ihren Kuhstall in die Luft gejagt. Die 90 Milchkühe hatten in dem Stall in Rasdorf mit ihren Blähungen jede Menge Methangas freigesetzt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Das Gas habe sich entzündet und sei in einer Stichflamme verpufft - wohl nach einer statischen Entladung an der Massage-Maschine im Stall. Das Dach wurde beschädigt, eine Kuh erlitt leichte Verbrennungen. Auf dem Bauernhof waren nach Polizeiangaben die Feuerwehr und ein Gasmesstrupp im Einsatz.

Die durchschnittliche Zuchtkuh produziert zwischen 100 und 200 Liter Methan am Tag. Jenem hochgiftigem Gas, dass einen etwa 23 Mal stärkeren Einfluss auf den Klimawandel hat als Kohlendioxid. Eine Kuh ist damit in etwa so schädlich für das Klima wie ein Auto. Genauer gesagt produziert jedoch nicht das Hausrind selbst Methan, sondern die Bakterien in seinen vier Mägen. Das Rind schickt das leicht entzündliche Gas lediglich durch seine Körperöffnungen auf seine zerstörerische Reise zur Atmosphäre.

Bei schätzungsweise 1,5 Milliarden Kühen weltweit, mit annähernd der doppelten Biomasse aller Menschen, dürfte der Beitrag der Rindfleisch- und Milchproduktion am Klimawandel enorm sein. In einer Studie wurde sogar schon versucht, das Rülpsen und Pfurzen der Kühe mithilfe von Knoblauch als Futterzusatz einzudämmen.

ono/DPA / DPA
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