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Missbrauchsfälle in katholischer Kirche: Bischöfe beraten über Verschärfung der Leitlinien

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz berät über die Verschärfung der kirchlichen Leitlinien bei Missbrauchsfällen. Das Gremium kam am Montag im unterfränkischen Kloster Himmelspforten in Würzburg zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen.

Die katholischen Bischöfe sind am Montag in Würzburg zusammengekommen, um erneut über verschärfte Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch zu beraten. Noch im Herbst sollen die überarbeiteten Vorschriften in Kraft treten. Wie genau sie sich von den bisherigen Regeln aus dem Jahr 2002 unterscheiden, ist unklar. Bei der Tagung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz im Exerzitienhaus Himmelspforten ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Norbert Leygraf, Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen, hält die Leitlinien für sinnvoll. Offenbar hätten auch die bisherigen funktioniert. In den vergangenen Monaten habe es eine sehr offensive Kampagne der Kirche dafür gegeben, dass Opfer sich melden sollen, sagte er am Montag im Deutschlandradio Kultur. Weder die Kirche noch Sportverein oder Schulen seien jedoch ganz davor gefeit, dass auch pädophil orientierte Menschen dort arbeiteten.

Nach Worten Leygrafs gibt es keinen Zusammenhang zwischen Pädophilie und Zölibat. Pädophile Sexualität entwickle sich während der Pubertät, der Zölibat komme viel später, sagte der Psychiater. Auch abnorme Formen der Sexualität seien unter Priestern nicht überdurchschnittlich vertreten.

DPA/APN / DPA