Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Gefängnis ist der US-Amerikaner Guy Frank seit vergangener Woche wieder auf freiem Fuß. Aufgrund eines umstrittenen Gesetzes war der Mann aus Louisiana im Jahr 2000 für den Diebstahl zweier T-Shirts zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dank der Unterstützung der Nonprofit-Organisation "Inncoent Project New Orleans" konnte jetzt seine Freilassung erwirkt werden.
Die Initiative ist vor allem dafür bekannt, sich für die Belange unschuldig Inhaftierter zu engagieren. Im Rahmen des "Unjust Punishment Project" setzt sich die Organisation aber auch für Personen ein, die für nicht-gewalttätige Straftaten lebenslange oder unverhältnismäßig hohe Strafen verbüßen müssen – so wie im Fall Guy Frank.
Hintergrund seiner 23-jährigen Gefängnisstrafe ist eine umstrittene Gesetzgebung in Louisiana. Das sogenannte "Three-strikes law" befähigt Richter:innen, bei mehr als drei strafrechtlichen Verstößen besonders hohe Strafen zu verhängen. Da der US-Amerikaner bereits vor dem Diebstahl einige Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, fiel auch er unter die kontroverse Regelung.
Rassismus-Vorwürfe werden laut
Das Gesetz steht bereits seit Langem in der Kritik, Masseninhaftierungen zu befördern sowie bestehende rassistische Ungleichheiten zwischen Schwarzen und Weißen zu verschärfen. "Sein Fall zeigt, wie vor allem schwarze Personen unverhältnismäßig stark von diesem Gesetz betroffen sind. Es ist nur schwer vorstellbar, dass bei einer weißen Person das gleiche Strafmaß verhängt worden wäre", kritisiert das "Innocent Project New Orleans" in einem Statement auf Instagram.
Während seiner Inhaftierung starben Guy Franks Frau, sein Sohn, seine Mutter und zwei seiner Brüder. Mithilfe eines Crowdfundings soll er jetzt finanziell unterstützt werden, um sich ein Leben in Freiheit neu aufzubauen.
Quelle: Daily Mail