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Nach 50 Jahren Gefangenschaft: Elefant Raju weint bei seiner Rettung

Rajus Schicksal schien aussichtslos. Ein halbes Jahrhundert wurde der Elefant misshandelt und in Ketten gehalten. Tierschützer befreiten ihn - und der Dickhäuter vergoss Tränen.

Es ist eine bewegende Geschichte, die gerade um die Welt geht. Raju ist ein indischer Elefant. Er wurde laut den Tierschützern der Organisation Wildlife S.O.S 50 Jahre lang misshandelt und gefangen gehalten - in Ketten. Was das Tier ein halbes Jahrhundert durchgemacht haben muss, zeigt seine Reaktion auf seine Rettung. Die Tierschützer konnten es selbst kaum fassen: Aber Raju weinte. Diese Situation werden sie wohl nie vergessen. "Das ganze Team war verblüfft über die Tränen, die ihm während der Befreiungsaktion herunterliefen", sagte Pooja Binepal von Wildlife S.O.S gegenüber Daily Mail. "Es war für uns alle ein sehr emotionaler Moment. Und wir wussten in unseren Herzen, dass er realisierte, dass er befreit wird."

Erster Rettungsversuch schlug fehl

Die Tierschützer von Wildlife S.O.S hatten am 2. Juli bereits versucht, das Tier aus seinem Martyrium zu befreien - erfolglos. Aufmerksam auf das Schicksal von Raju wurden sie über das Landwirtschaftsministerium. Nachdem die Aktivisten zum ersten Mal bei Raju gewesen seien, habe der Besitzer den Dickhäuter in noch engere Ketten gelegt, heißt es auf der Webseite der Organisation. Doch dann rückten sie am vergangenen Wochenende erneut an, mit einem zehnköpfigen Team aus Tierärzten und Wildlife-Experten sowie zwanzig Helfern aus dem Ministerium.

Ein Leben lang in Ketten

Raju wehrte sich nicht, als ihm die Ketten abgenommen wurden. Stattdessen vergoss er Tränen. "Elefanten sind nicht nur majestätische, sondern auch hochintelligente Tiere. Wir können nur versuchen zu erahnen, welche Qual er erlitten haben muss", so Binepal. Raju musste sein Leben als Bettel-Elefant im indischen Allahabad verbringen. Nun kann er endlich ein Leben in Freiheit führen. "Die musst du nie wieder anlegen", sagt einer der Helfer, während er ihm die Stachelketten abnimmt. Sein Körper sei immer noch stark mitgenommen, der Elefant habe zahlreiche Blessuren und Wunden.

Eine neue Familie für Raju

Auf ihrer Facebookseite gab die Organisation erste technische Probleme bekannt - anscheinend wollen sehr viele Menschen den Dickhäuter auf seinem Weg in ein neues Leben unterstützen und spenden für ihn. Mittlerweile wurde er auch seiner neuen Familie vorgestellt. Raju machte Bekanntschaft mit Phoolkali, einem anderen Elefanten. Sie durften zusammen essen. Vielleicht gründen die beiden in Zukunft zusammen eine Herde.

fme

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