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Nach Anschlägen in Moskau: Fahndung nach Hintermännern der Anschläge angelaufen

Nach dem Doppelanschlag auf die Moskauer U-Bahn fahnden die russischen Behörden nach den Drahtziehern der Tat.

Präsident Dmitri Medwedew hat den Drahtziehern mit Vernichtung gedroht. "Wir werden sie alle finden und zerstören", sagte Medwedew am Montag bei der Besichtigung des U-Bahnhofs Lubjanka, in dem sich die erste der beiden Bombenexplosionen ereignet hatte. Die Täter seien "einfach Bestien", fügte Medwedew hinzu. Die Metro-Station befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Zentrale des Geheimdienstes FSB.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. FSB-Chef Alexander Bortnikow machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich, in denen die russische Regierung hart gegen Separatisten vorgeht.

Nach Einschätzung des auf die Beobachtung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmens IntelCenter deutet vieles darauf hin, dass die Gruppierung Kaukasus-Emirat des tschetschenischen Rebellenchefs Doku Umarow hinter dem Doppelanschlag steckt. Umarow will im Nordkaukasus einen islamischen Staat errichten.

Am Montag hatten sich zwei Selbstmordattentäterinnen im Abstand von 45 Minuten in voll besetzten Metro-Zügen in die Luft gesprengt. Die Zahl der Todesopfer stieg am Dienstag auf 39 - eine Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Fünf weitere der mehr als 70 ins Krankenhaus eingelieferten Verletzten schwebten weiter in Lebensgefahr.

Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Moskau und anderen Städten verschärft. Auch am Dienstag patrouillierten Polizisten mit Maschinengewehren und Spürhunden an den U-Bahn-Stationen.

AFP, APN, Reuters / Reuters