Nach Blutbad in den Niederlanden Polizei soll Königin Beatrix besser schützen


Waren die Sicherheitsvorkehrungen zu lax? Hätte die Polizei die Königsfamilie besser schützen müssen? Auch zwei Tage nach der Amokfahrt eines Niederländers, bei der sieben Menschen getötet wurden, kommt das Land nicht zur Ruhe. Derweil scheint klar: Die Sicherheitsvorkehrungen für die königliche Familie werden wohl deutlich verstärkt.

Auch zwei Tage nach dem Anschlag auf die Königsfamilie debattieren die Niederländer aufgeregt über die Amokfahrt in Appeldoorn, bei der am Donnerstag sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt wurden. In Medien wurde am Samstag spekuliert, dass in Zukunft die Sicherheitsvorkehrungen um die königliche Familie deutlich verstärkt werden dürften. Der offene Umgang der Niederlande mit ihrer Monarchin sei voraussichtlich auf lange Zeit vorbei.

Beatrix wird allerdings laut Angaben des Hofs in Begleitung des Thronfolgers Prinz Willem-Alexander und seiner Gattin Prinzessin Màxima an Veranstaltungen zum niederländischen Volkstrauertag an diesem Montag und zum Tag der Befreiung von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg am Dienstag teilnehmen.

Über das Motiv des Amokfahrers herrschte am Samstag weiter Rätselraten. Die Niederländer hatten auf den blutigen Anschlag, der die Königin nur knapp verfehlte, schockiert und voller Trauer reagiert. Unter den sieben Menschen, die bei der Amokfahrt starben oder später ihren Verletzungen erlagen, war auch der 38-jährige Attentäter Karst T. Er gestand noch am Ort des Geschehens, dass er die königliche Familie treffen wollte.

Der 38-Jährige war während des traditionellen Umzuges zum Königinnentag mit Vollgas auf den Festbus der Königsfamilie zugerast. Der Kleinwagen hatte 17 Menschen umgerissen und war schließlich gegen ein Denkmal gekracht. Elf Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Erste Ermittlungen brachten keinen Aufschluss über das Motiv des Mannes. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, dass die Untersuchungen gegen den Mann selbst nach seinem Tod eingestellt würden. Gleichwohl würden 250 Polizisten abgestellt, um weiter nach Hinweisen auf die Hintergründe zu suchen. Außerdem wird eine unabhängige Untersuchungskommission eingesetzt.

In der Wohnung des Attentäters in der Kleinstadt Huissen südlich von Arnheim seien keine Hinweise auf die Motive gefunden worden. Der unverheiratete Mann habe zurückgezogen gelebt, hieß es. Nachbarn beschrieben ihn als besonders ordentlich. Er habe vor rund drei Wochen seinen Job in einem Versandhandel verloren. Dass dies mit dem versuchten Anschlag auf die Königin zusammenhänge, sei jedoch "reine Spekulation", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker