Nach Haftentlassung Papastattentäter will Rom besuchen


Papstattentäter Mehmet Ali Agca will nach seiner Freilassung aus türkischer Haft nach Rom reisen, um mit Papst Benedikt XVI. zu sprechen.

Papstattentäter Mehmet Ali Agca will nach seiner Freilassung aus türkischer Haft nach Rom reisen, um mit Papst Benedikt XVI. zu sprechen. Wie Agcas Anwalt Haci Ali Özhan am Donnerstag erklärte, will Agca im Vatikan auch das Grab von Papst Johannes Paul II. besuchen, den er vor 29 Jahren mit mehreren Schüssen auf dem Petersplatz lebensgefährlich verletzt hatte. Eine Antwort des Vatikan stehe noch aus. Agca wird am Montag aus der Haft entlassen.

Laut Anwalt Özhan liegen Agca mehr als 50 Film- und Buchangebote aus aller Welt vor. Sein Mandant werde in den kommenden ein bis zwei Monaten entscheiden, welche Angebote er annehmen wolle. Agca soll Millionenbeträge für Bücher und Interviews gefordert haben. Der Anwalt bestätigte, dass sich Agca in den vergangenen Jahren um die polnische und um die portugiesische Staatsbürgerschaft bemüht hatte. Ziel sei es gewesen, seine Haftstrafe im Ausland abzusitzen, da dort die Haftbedingungen besser seien. Beide Länder hätten aber abgelehnt.

Der heute 52-jährige Agca, der aus der rechtsextremen Szene der Türkei kommt, hatte 1981 auf Papst Johannes Paul geschossen. Das Motiv für die Tat ist bis heute unklar. Nach 19 Jahren Haft in Italien wurde Agca im Jahr 2000 begnadigt und in die Türkei abgeschoben. Wegen der Ermordung eines Journalisten im Jahr 1979 kam er sofort in ein türkisches Gefängnis. Die Strafe für den Mord läuft am kommenden Montag ab. Agca werde sich bei seiner Freilassung möglicherweise kurz vor der Presse äußern, kündigte Anwalt Özhan an. Anschließend werde er für etwa zwei Wochen zur Erholung "in ein Feriengebiet" reisen.

AFP AFP

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