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Biografie: Johannes Paul II.

Er ist das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Wichtige Stationen aus dem Leben von Karol Wojtyla und Papst Johannes Paul II.

Johannes Paul II. ist das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Wichtige Stationen seines Lebens:

18. Mai.1920

Karol Wojtyla wird im polnischen Wadowice geboren. Er wuchs in einem tiefgläubigen Elternhaus auf. Mit nur neun Jahren verlor er seine Mutter; drei Jahre später starb auch der ältere Bruder Edmund.

1938

Philosophie- und Literaturstudium an der Universität Krakau, das er durch literarische Betätigungen und sein Engagement für die polnische Theaterkultur ergänzte. Unter der deutschen Besatzung entdeckte er die Theologie. Um der Zwangsarbeit in Deutschland zu entgehen arbeitete er 1940-1944 in einem Kalksteinbruch, später in einer Fabrik für chemische Produkte und studierte heimlich weiter. Nach der Priesterweihe in Krakau studierte er ab 1946 zwei Jahre an der päpstlichen Universität Angelicum.

1951

In Polen beendete Wojtyla das Theologiestudium mit der Promotion über "Glaubensprobleme in den Schriften des Heiligen Johannes vom Kreuz" in Krakau.

1953

Er habilitierte in Lublin und übernahm den Lehrstuhl für Moraltheologie. Titularbischof von Ombi und Weihbischof von Krakau wurde Wojtyla 1958.

1964

Die Berufung zum Erzbischof von Krakau. Vatikanisches Konzil 1962-1966. Wojtyla wirkte an Lehrtexten mit.

1967

Nach seiner Nominierung zum Kardinal unterließ er wenige Monate später im gemeinsamen Protest mit den polnischen Bischöfen die Reise zur Bischofssynode in Rom, um damit gegen die Bevormundung der polnischen Kirchenführung, namentlich des streitbaren Kardinals Wyszynski, durch den sozialistischen Staat Stellung zu beziehen.

1974

Bei einem Besuchs in der BRD zelebrierte Karol Wojtyla mit deutschen Priestern einen Versöhnungsgottesdienst im ehemaligen Konzentrationslager Dachau.

16. Oktober 1978

Nach dem unerwarteten Tod von Papst Johannes Paul I. wählte das Konklave Wojtyla zum neuen Papst. Erstmals seit dem holländischen Papst Hadrian VI. (1459-1523) wird das Kirchenoberhaupt wieder von einem Nichtitaliener gestellt. Er rief dabei die Worte: "Habt keine Angst, die Tore weit für Christus zu öffnen, fürchtet euch nicht!"

1979

Erste Auslandsreise in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas. Erste von neun Reisen in das damals noch kommunistische Polen. Den Pontifex zeichneten sein Charisma im Umgang mit Medien und eine enorme Reisetätigkeit aus. Bis zum März 2002 hatte er 95 Auslandsreisen und 141 Reisen innerhalb von Italien absolviert und als Bischof 301 der 334 Pfarren Roms besucht.

1979

Veröffentlichung der ersten von ingesamt 13 Enzykliken ("Redemptor hominis")

November 1980

Erster Besuch Deutschlands, dabei kam es auch zur Würdigung des Reformators Martin Luther (1987, 1996 weitere Deutschlandbesuche)

Mai 1981

Der Papst wird auf dem Petersplatz von dem türkischen Rechtsextremisten Mehmet Ali Agca durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Von den Verletzungen erholte sich der Papst erst nach mehreren Monaten. Ali Agca erhielt eine lebenslange Haftstrafe. In einem gemeinsamen Treffen verzieh der Papst dem Attentäter.

Dass er den Anschlag überlebte, festigte seine Marien-Verehrung, die an einem 13. Mai in Fatima Hirtenkindern erschienen sein soll. Auf einer Wallfahrt nach Fatima genau ein Jahr später entging er erneut einem Attentäter, einem Anhänger des mit Rom in Konflikt stehenden Alterzbischofs Marcel Lefèbvre.

1982

Als erster Papst 450 Jahren betritt Johannes Paul II. britischen Boden, seit der Abspaltung der Anglikaner.

1982

Der umstrittene PLO-Führer Jassir Arafat wird im Vatikan empfangen.

1984

Der Vatikan und die USA nehmen nach 117 Jahren diplomatische Beziehungen auf

1986

Als erste Papst überhaupt besucht Johannes Paul II. ein jüdisches Gotteshaus. In seinem Pontifikat unternimmt der Papst weitere Versuche der Versöhnung mit dem Judentum.

1986

Weltgebetstag für den Frieden mit Religionsvertreter aus aller Welt in Assisi.

1988

Der Vatikan lässt Erzbischof Marcel Lefebvre nach verbotener Bischofsweihe exkommunizieren. Bei einem Kuba-Besuch wandte sich der Papst energisch gegen das "ungerechte" Embargo der USA:

1989

Michail Gorbatschow wird vom Papst empfangen.

1993

Als erster Papst kündigt er der sizilianischen Mafia den offenen Widerstand der Kirche an

1993

Erstmals seit 1566 erscheint ein neuer "Weltkatechismus". Eine Modernisierung der Glaubens- und Sittenlehre findet jedoch nicht statt.

1992/93

Zugeständnisse des Papstes gegenüber den Wissenschaften, durch die Rehabilitation der Astronomen Galileo Galilei (1691-1736) und Nikolaus Kopernikus (1473-1543).

1994

Das Frauenpriestertums wird endgültig abgelehnt

1994

Das US-Magazin "Time" ernennt den Papst zum "Mann des Jahres"

1995

In Manila nehmen vier Millionen Menschen an einer Messe teil. Es ist der größte katholische Gottesdienst der Geschichte.

1998

Triumphale Reise nach Kuba. Staatschef Castro entlässt politische Gefangene. In dem Dokument "Nachdenken über die Shoa" erkennt der Papst die Mitschuld von Christen, aber nicht der Kirche am Holocaust an

1999

Der Papst öffnet die Heiligen Pforte im Petersdom, Beginn des großen Jubiläumsjahres 2000

2000

Papst-Reise zum Berg Sinai in Ägypten. Dort soll Moses die Zehn Gebote erhalten haben.

Großes "Mea Culpa" des Papstes für Verfehlungen der Kirche (Glaubenskriege, Judenverfolgungen und Inquisition). Kritiker halten das Bekenntnis für zu allgemein.

Pilgerreise des Papstes nach Israel, Jordanien und die Palästinensergebiete. An der Klagemauer bittet der Papst um Vergebung für die Judenverfolgungen. Der Papst spricht zwei der Hirtenkinder, denen 1917 die Muttergottes in Fatima erschienen sein soll, selig. Der Vatikan veröffentlicht das so genannte dritte Geheimnis von Fatima, die Prohezeiung eines Attentates auf einen "Bischof in Weiß".

2001

Als erste Papst seit der Kirchenspaltung von 1054 besucht Johannes Paul II. Griechenland und überrascht in Athen mit einer Vergebungsbitte für die Sünden an den Orthodoxen Johannes Paul II. betritt als erster Papst der Geschichte eine Moschee in Damaskus und betet gemeinsam mit Moslems. US-Präsident George W. Bush trifft in Castelgandolfo mit dem Papst zusammen. Er ruft die USA zum Verbot der Embryonenforschung auf.

2002

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 kommen im italienischen Assisi Geistliche der Weltreligionen zu einem gemeinsamen Friedensgebet zusammen Der Limburger Bischof Franz Kamphaus beugt sich der schriftlichen Forderung von Papst Johannes Paul II., aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen. Zum ersten Mal seit 23 Jahren kann der Papst am Palmsonntag das Hochamt nicht zelebrieren. Die Ostermesse zelebriert er wieder selbst.

2002

Krisengipfel mit US-amerikanischen Kardinälen und Bischöfen, wegen des sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester. Johannes Paul II. bekundet tiefe Trauer und Scham über die sexuelle Missbräuche.

Vor hunderttausenden Gläubigen spricht Johannes Paul II. den Mönch Padre Pio (1887-1968) heilig. Kapuziner war zu Lebzeiten mit blutenden Wundmalen stigmatisiert. Am Abschlussgottesdienst des Weltjugendtreffens in Toronto nehmen 750.000 junge Gläubige teil.

Johannes Paul II. spricht den Gründer der umstrittenen Vereinigung "Opus Dei" (Werk Gottes), den spanischen Priester José Maria Escrivá de Balaguer, heilig. Das "Opus Dei" zählt nahezu 80.000 Mitglieder in aller Welt, darunter sollen rund 1500 Priester sein. Die Vollmitglieder verpflichten sich zur Ehelosigkeit, legen aber keine Gelübde ab. Die Mitglieder gelten als diszipliniert, gut geschult und dem Papst besonders ergeben. Sie vererben dem Werk mitunter ihr Vermögen. Die Mitgliedschaft der Laien wird bekannt. Häufig nehmen Mitglieder hohe gesellschaftliche Positionen, darunter auch Regierungsämter, ein. Der Papst veröffentlicht das Apostolische Schreiben "Rosarium Virginis Maria". Damit wird zum Beginn des "Jahr des Rosenkranzes" die erste Änderung des Gebetes seit 1569 eingeführt. Nun gehören zum Rosenkranz auch die sogenanntem fünf "lichtreiche" Geheimnisse. Diese Zusätze lauten in Deutsch: "Jesus, der von Johannes getauft worden ist; Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat; Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat; Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist; Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat."

Oktober 2002

Die Stadt Rom verleiht erstmals in der modernen Geschichte einem Papst die Ehrenbürgerwürde.

November 2002

Johannes Paul II. hält als erster Papst eine Rede vor dem italienischen Parlament in Rom, dabei appellierte er an die Europäische Union, die christliche Religion in ihrer künftigen Verfassung zu verankern. Er sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass auch dank Italien den neuen Fundamenten des gemeinsamen europäischen Hauses nicht der Zement jenes außergewöhnlichen religiösen, kulturellen und zivilen Erbes fehlen wird, das Europa über die Jahrhunderte groß gemacht hat"

November 2002

Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger wird Kardinalsdekan. Ratzinger wurde schon vorher "Die rechte Hand des Papstes" genannt Er ist seit 21 Jahren der Chef der Glaubenskongregation. Als Kardinalsdekan gibt er den Tod des Papstes bekannt und sorgt für die ordnungsgemäße Wahl des nächsten Papstes. Dem einflussreichen Theologen wird auch ein entscheidender Einfluss auf das Wahlverhalten der 100 Kardinäle zugesprochen.

Dezember 2002

"Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit." Zu Weihnachten und Neujahr bezieht der Papst überraschend deutlich Position gegen den bevorstehenden Irak-Krieg. "Krieg ist nicht einfach ein anderes Mittel, das man anwenden kann, um Konflikte zwischen Nationen zu regeln," mahnte der Papst. In düsteren Worten warnte das Kirchenoberhaupt vor den Kriegsgefahren. Das "Antlitz Christi ist schmerzverzerrt angesichts der blutigen Konflikte in vielen Regionen der Welt und der Krisen, die mit neuer Dynamik zu explodieren drohen", sagte der Papst. "Dies wird ein erschütternder Kampf zwischen Licht und Finsternis sein, zwischen dem Tod und dem Leben, zwischen Hass und Liebe."