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Nun ist es offiziell: Eisbär Knut erlag schwerer Gehirnentzündung

Der Berliner Eisbär Knut ist ertrunken. Das ist das vorläufige Ergebnis der Sektion, das am Freitag in Berlin bekanntgegeben wurde. Die Todesursache liegt jedoch tiefer. Eine Virus-Infektion hatte zu einer Entzündung im Gehirn geführt.

Eisbär Knut ist ertrunken. So lautet das vorläufige Ergebnis einer Obduktion, die am Freitag im Berliner Zoo bekanntgegeben wurde. "Knut ist in Folge einer massiven Gehirnentzündung ertrunken, die mutmaßlich durch einen Erreger ausgelöst wurde", erklärte Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin. Diese führte über mehrere Wochen zu entzündlichen Zerstörungen im Gehirn des Tieres.

Nach dem Zusammenbruch und dem Sturz ins Wasser ist Knut dann im Zoologischen Garten ertrunken. Hofer teilte mit, dass keine Missbildung auf Grundlage von Gen-Defekten entdeckt wurde. Eine IZW-Pathologin ergänzte, es gebe keine Hinweise auf übermäßigen Stress als mögliche Krankheitsursache. Damit trat sie Vorwürfen entgegen, das Tier habe an übermäßigem Stress infolge einer nicht artgerechten Haltung gelitten.

Knut soll Teil einer Klima-Ausstellung werden

Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen soll Knut dem Berliner Museum für Naturkunde übergeben werden. Der Generaldirektor des Museums, Ferdinand Damaschun, kündigte an, Knut in eine Ausstellung vermutlich zum Klimawandel integrieren zu wollen. "Das Tier soll allerdings nicht ausgestopft werden, sondern als sogenannte Dermoplastik weiterexistieren", sagte er. Hierfür wird ein Modell des Bären angefertigt, auf das das Fell des Originals gezogen wird. Wann der Eisbär ausgestellt wird, konnte Damaschun am Freitag noch nicht sagen. "Wir werden uns Zeit lassen", sagte er.

Knut war am 19. März im Alter von vier Jahren und drei Monaten überraschend gestorben. Der Eisbär wurde weltweit bekannt, nachdem ihn der 2008 im Alter von 45 Jahren gestorbene Tierpfleger Thomas Dörflein per Hand aufgezogen hatte. Knuts eine ersten Monate waren in zahlreichen Videoclips im Internet dokumentiert worden und hatten eine große Fangemeinde geschaffen. Das Tier hatte Millionen Besucher aus aller Welt in den Zoo gelockt.

dho/DPA/AFP / DPA