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Rückkehr nach Rom Jubelnde Massen und zerstörte Gotteshäuser: Papst Franziskus beendet historische Reise in den Irak

Papst Franziskus im Irak
Unter lautem Gejubel fuhr Papst Franziskus am Sonntag mit dem "Papa-Mobil" ins Franso-Hariri-Stadion ein, um seine letzte Messe abzuhalten.
© Andrew Medichini
Es war ein langgehegter Wunsch der irakischen Christen, der sich nun erfüllte: Vier Tage verbrachte Papst Franziskus in dem kriegsgeplagten Land. Seine letzte Messe beging er vor tausenden Gläubigen – sichtlich beglückt über die viele Aufmerksamkeit.

Nach fast vier Tagen hat Papst Franziskus seine historische Reise in den Irak beendet. Am Montagmorgen (Ortszeit) stieg das Oberhaupt der katholischen Kirche in den Flieger zurück nach Rom. Dort wurde er am frühen Nachmittag erwartet. Franziskus ist der erste Papst, der in den Irak gereist war – ein Besuch, den sich vor allem die Christen im Norden des Landes lange gewünscht hatten.

Am Sonntag flog der 84-Jährige per Flugzeug und Hubschrauber zu ihnen. Scharen von Gläubigen hatten sich in Mossul und Karakosch trotz Corona-Pandemie auf den Straßen versammelt, um Franziskus zuzujubeln. In Mossul betete Franziskus auf dem Kirchenplatz, der mit seinen zerstörten Gotteshäusern ein Symbol für das Leid der Christen während des Krieges gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wurde.

Papst Franziskus trifft höchsten schiitischen Geistlichen

Die viele Aufmerksamkeit und die Freude der Menschen hatte Jorge Bergoglio, wie Franziskus mit bürgerlichem Namen heißt, sichtlich gefallen. Im Fußballstadion der kurdischen Hauptstadt Erbil feierte er am Sonntagnachmittag die letzte Messe seiner Reise vor Tausenden Gläubigen, inklusive Einfahrt in die Arena im "Papa-Mobil".

Der politische und religiöse Teil der Reise spielte sich in den Tagen zuvor ab. Franziskus besuchte den höchsten schiitischen Geistlichen, Großajatollah Ali al-Sistani, zu Hause, für ein Gespräch. In der Ebene von Ur, aus der nach biblischen Überlieferungen Abraham stammt, der von Juden, Christen und Muslimen als Stammvater betrachtet wird, kamen Religionsvertreter zusammen.

Unterwegs im Irak: Wenn es einen Gott gibt, dann muss er Mossul vergessen haben

Sehen Sie im Video: Mossul ist die zweitgrößte Stadt des Irak. Doch die einstige Metropole liegt in Trümmern. Entwicklungsminister Gerd Müller will beim Wiederaufbau helfen. stern-Reporter Tilman Gerwien hat ihn vor drei Jahren nach Mossul begleitet – und weiß, wie schwierig der Wiederaufbau wird.

sve DPA

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