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Piloten-Streik geht weiter: Lufthansa sagt 830 Flüge für Freitag ab - Deutsche Bahn bleibt gelassen

Lufthansa-Kunden müssen sich auch am Freitag auf hunderte Flugausfälle einstellen. Rund 100.000 Passagiere werden damit am Hauptreisetag der Woche am Boden bleiben. Die Deutsche Bahn will dennoch keine Sonderzüge einsetzen.

Deutsche Lufthansa streicht für Freitag 830 Flüge aufgrund des Piloten-Streiks

100.000 Passagiere müssen am Freitag auf ihre Lufthansa-Flüge verzichten. Viele werden auf andere Transportmittel umsteigen.

Nun steht es fest: Der Streit um die Tarifverhandlungen geht weiter, die Streiks auch. Am Freitag werden wieder hunderte Flüge abgesagt, betroffen sind fast ausschließlich Kurz- und Mittelstrecken, wie das Unternehmen in  mitteilte. Insgesamt sind demnach an den drei Streiktagen mehr als 315.000 Passagiere von Flugausfällen betroffen. Der Konzern forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. Cockpit verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent. Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister nannte die Forderungen völlig unakzeptabel. Die Fronten sind verhärtet.

Freitag gehört zu den Hauptreisetagen der Bahn

Rund 100.000 Passagiere sind am Freitag von den Ausfällen betroffen - viele werden sich nach alternativen Bahnreisen umsehen. Obwohl Freitag zu den Hauptreisetagen der gehört, bleibt der Konzern erstaunlich gelassen, Sonderzüge sollen nicht eingesetzt werden. "Das ist nicht geplant", sagte ein Bahnsprecher am Donnerstag auf Anfrage in Berlin.

Die zusätzlichen Lufthansa-Passagiere könnten mit den regulären Zügen befördert werden. An mehreren Knotenpunkten stünden - wie immer - Ersatzzüge bereit, die im Bedarfsfall eingesetzt werden könnten. "Das ist aber nicht absehbar", betonte der Sprecher. Er wies zugleich auf die übliche große Nachfrage am Freitagnachmittag hin und riet zu einer Sitzplatzreservierung.

Passagiere steigen auch auf Lufthansa-Töchter und Busse um

Nach Angaben der Lufthansa wurden am Mittwoch rund 2200 Flugtickets in Bahnfahrscheine umgewandelt. Eine ähnliche Größenordnung sei für Donnerstag zu erwarten, sagte eine Sprecherin. Die Bahn befördert im Fernverkehr täglich etwa 360 000 Fahrgäste. Der Bahnsprecher wies darauf hin, dass die meisten Inlandsflüge inzwischen von Töchtern der Lufthansa abgewickelt werden, die derzeit nicht bestreikt würden.

Der Fernbusanbieter Flixbus spricht von einer steigenden Nachfrage auf Metropolverbindungen wie Berlin-München und Frankfurt-Paris. Dort gebe es bis zu zehn Prozent mehr Buchungen als sonst, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.


sve / DPA