Pontifikat Der Papst feiert sein 25. Jubiläum


Mit knapp 100.000 Gläubigen und hunderten Kardinälen und Bischöfen feierte der Papst auf dem Petersplatz in Rom eine bewegende Messe anlässlich seines 25-jährigen Pontifikats.

Mit rund 100.000 Gläubigen hat Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz sein 25-jähriges Pontifikat gefeiert. Die Pilger applaudierten, als der gebrechliche 83-Jährige in einem Rollstuhl an den Altar geschoben wurde. Die Messfeier begann um 18.00 Uhr - um diese Zeit vor einem Vierteljahrhundert erfuhr die Welt, dass der Erzbischof von Krakau, Kardinal Karol Wojtyla, zum neuen Papst gewählt worden war. Er war damit der erste Nicht-Italiener in dem Amt seit 455 Jahren.

Zu Beginn der Messe würdigte Kardinal Joseph Ratzinger den unermüdlichen Einsatz Johannes Pauls in den vergangenen 25 Jahren. Der Papst habe sich den Jungen und Alten, den Armen und Reichen, den Mächtigen und Schwachen zugewandt und immer eine besondere Liebe für die Armen und Wehrlosen gezeigt, sagte Ratzinger.

Messe auch in der Heimatsadt des Papstes

Überschattet wurden die Feierlichkeiten von der wachsenden Sorge um den Gesundheitszustand des Kirchenoberhaupts. In Wadowice, seiner polnischen Heimatstadt, versammelten sich tausende Menschen zu einer Messe, um für die Gesundheit von Johannes Paul zu beten. Der Papst selbst hat bislang einen Rücktritt stets abgelehnt.

Glückwünsche aus der ganzen Welt

Der russische Präsident Wladimir Putin würdigte in einem Telegramm an das Kirchenoberhaupt dessen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, erklärte im Bayerischen Rundfunk, die Amtszeit des Papstes zeichne sich vor allem durch dessen "totalen Einsatz für das Leben" aus. So habe sich der Widerstand gegen den Irak-Krieg aus der Überzeugung gespeist, dass Krieg immer auch den gewaltsamen Tod Unschuldiger einschließe.

Der Dalai Lama hat die Bemühungen des Papstes um eine Annäherung der Religionen gewürdigt. Der Papst habe viel dafür getan, damit sich die großen Religionen näher kommen, sagte das geistige und weltliche Oberhaupt Tibets.

Stets für den Frieden eingesetzt

Reformer innerhalb der katholischen Kirche hätten sich öfter eine liberalere Haltung des Papstes gewünscht, insbesondere zu Fragen der Empfängnisverhütung und Abtreibung, des Zölibat und der Priesterweihe von Frauen. Als große Leistung von Johannes Paul wird hingegen weltweit dessen Beitrag zur friedlichen Überwindung des Kommunismus in Polen gefeiert. Er hat sich um eine weitere Aussöhnung zwischen Christen und Juden bemüht und sich stets für den Frieden in der Welt eingesetzt.

Am Donnerstagmorgen rief der Papst die zu den Feierlichkeiten in Rom versammelten katholischen Würdenträger auf, an den Werten der Kirche festzuhalten. Mit Blick auf die Missbrauchskandale in mehreren Ländern erklärte er, die Bischöfe müssten entschieden und gerecht gegen solcher Verstöße vorgehen und die Opfer schützen und unterstützen.

Teilnahme an Weltjugendtag in Köln angestrebt

Mit 102 Fahrten in insgesamt 129 Länder ist Johannes Paul II. der am weitesten gereiste Papst aller Zeiten. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit strebt er weiter die Teilnahme am Weltjugendtag 2005 in Köln an, wie der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner im ZDF-Morgenmagazin erklärte.

In der 2.000 Jahre alten Geschichte der katholischen Kirche standen bislang nur drei weitere Päpste ein Vierteljahrhundert oder länger an der Spitze des Vatikans: der erste Papst, Apostel Petrus, der die Kirche mindestens 34 Jahre lang geführt haben soll, Pius IX. (1846-1878) sowie Leo XIII. (1878-1903).

Seligsprechung von Mutter Teresa

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten wird am Sonntag die Seligsprechung von Mutter Theresa sein. Am folgenden Dienstag ernennt der Papst offiziell 31 neue Kardinäle. Die Kardinäle, die der Papst zum Großteil selbst ernannt hat, werden nach seinem Tod aus ihrer Mitte einen Nachfolger wählen. Die Jubiläumsfeiern bieten den Würdenträgern eine seltene Gelegenheit, sich zu Treffen und Meinungen direkt auszutauschen. Sie dürften dabei auch über die Papst-Nachfolge reden.

DPA

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