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Wochenrückblick in Zahlen: Manipulierte Autos, teure Medizin: Die Zahlen der Woche

An dieser Stelle blickt der stern zurück und präsentiert wichtige, kuriose oder einfach nur unterhaltsame Zahlen, die in den Nachrichten eine Rolle spielten. Unter anderem: Die vielleicht größte Preissteigerung aller Zeiten.

stern-Zahltag
Jean-Claude Juncker und Angela Merkel im Gespräch
5.000.000

Flüchtlinge kommen nach Schätzungen der EU-Kommission in den kommenden drei Jahren nach Europa. Im größten Flüchtlingsdrama seit dem Zweiten Weltkrieg nehmen die Europäer Milliarden zur Krisenbekämpfung in die Hand. Mit diesem Kraftakt wollen die EU-Staaten ihre gemeinsamen Außengrenzen besser sichern und schutzbedürftigen Menschen in Krisengebieten helfen. Das beschloss der EU-Sondergipfel am Donnerstagmorgen in Brüssel

© Foto:Alain Joacard/AFP
Martin Winterkorn
11.000.000

VW-Dieselfahrzeuge sind vermutlich weltweit mit einer manipulierten Software ausgestattet. Das Programm gaukelt bei Tests die Einhaltung gesetzlicher Grenzen vor, schaltet die Abgasreinigung im Alltag aber ab. In den USA sorgte die Entdeckung des Betrugs für einen Riesenskandal, der VW Milliarden kosten könnte und Vorstandsboss Martin Winterkorn in dieser Woche zum Rücktritt zwang.

© Foto:Johannes Eisele/AFP
Lottokugeln
4.700.000

Euro "klaute" ein Lottogewinner aus Bayern weiteren Spielern mit sechs Richtigen. Er hatte zusätzlich die richtige Superzahl getippt. Was für den Einzelgewinner ein enormer Geldsegen ist, ist für sechs weitere Lottospieler mit sechs Richtigen enorm ärgerlich. Die Superzahl des Jackpot-Knackers bringt sie um einen Millionengewinn. "Das ist wirklich Pech", sagt Chris Fleischhauer. "Hätte auch bei dem Jackpot-Knacker die Superzahl nicht gepasst, hätte sich jeder über 4,7 Millionen Euro freuen können", rechnet die männliche Lottofee vor. Im Jackpot waren 33 Millionen Euro.

© Foto:Arne Dedert/DPA
Martin Shkreli ist der Kopf hinter Turing Pharmaceuticals - und im Pharmageschäft der USA kein Unbekannter.
5000

Prozent teurer ist ein Medikament in den USA über Nacht geworden. Seit Mitte August kostet eine Tablette des Arzneimittels, das zur Behandlung von Toxoplasmose und seltener auch Malaria eingesetzt wird, 750 US-Dollar (rund 670 Euro). Zuvor war sie noch für 13,50 US-Dollar (rund 12 Euro) erhältlich. Dadurch können die Behandlungskosten für manche Patienten auf mehrere Hunderttausend Dollar jährlich steigen. Der Hauptinvestor der Firma, Martin Shkreli, verteidigt die saftige Preissteigerung aus dem Nichts: Man habe das Geschäft profitabel machen müssen.

© Foto:Paul Taggart/Bloomberg/Getty Images
Ein Retter in Mina versucht, einen Pilger wiederzubeleben
717

Menschen sind bei einer Massenpanik während der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch im nahe Mekka gelegenen Mina nach neuesten Angaben des saudi-arabischen Zivilschutzes getötet worden. Zudem hätten 863 Personen Verletzungen erlitten. Die Opfer kämen aus unterschiedlichen Ländern. Fotos und Videos im Internet zeigen zahlreiche Tote und Verletzte, die auf der Straße liegen.

© Foto:Saudi Arabische Zivilschutzbehörde/AFP
Petra P. verschwand vor 31 Jahren spurlos - doch tot war sie nicht.
31

Jahre lang wurde eine Studentin aus Braunschweig für tot gehalten. Sie war 1984 spurlos verschwunden. Nun ist Petra P. in Düsseldorf quicklebendig wieder aufgetaucht. Drei Jahrzehnte lang hatte sie es geschafft unter dem Radar zu bleiben. Reisepass, Führerschein, Bankkarte - all diese Dinge hatte sie nicht zur Verfügung. Da sie offenbar nie mit gefälschten Papieren unterwegs war, ist ihr aber strafrechtlich nichts vorzuwerfen. Die Beweggründe für ihr Untertauchen sind weiterhin unklar. 

© Foto:Screenshot/Aktenzeichen XY
25

Menschen sind bei einem Anschlag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf betende Muslime in einer Moschee der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mindestens getötet worden. Nach Angaben von Rettungskräften wurden dutzende weitere Menschen verletzt. Der Angriff ereignete sich in der Balili-Moschee unweit der Polizeiakademie der Stadt, als die schiitischen Gläubigen anlässlich des islamischen Opferfests Eid al-Adha ihr Morgengebet verrichteten.

9

Minuten benötigte Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski am Dienstag, um gegen den VfL Wolfsbug fünf Tore zu schießen. Mit fünf Toren in 21 Minuten war Dieter Hoeneß bislang der Fünferpack-Rekordhalter, bis ihn Lewandowski ablöste. «Ich spiele auch schon ein paar Jahre Fußball und habe davor viel Fußball angeschaut. So was habe ich noch nie gesehen», wunderte sich Bayern-Kapitän Philipp Lahm, der vor einem Jahr beim historischen 7:1 der späteren deutschen Weltmeister in Brasilien gegen den WM-Gastgeber im Halbfinale dabei war. Damals lagen immerhin 18 Minuten zwischen dem 1:0 und dem 5:0; die Tore erzielten vier verschiedene Spieler.

Wenn die Woche zu Ende geht, ist beim stern Zahltag. Der numerische Wochenrückblick der Redaktion an dieser Stelle präsentiert Ihnen eine Auswahl von Zahlen, die in den weltweiten Nachrichten der vergangenen Tage eine tragende Rolle spielten – in der Politik, der Wirtschaft, im Sport, der Gesellschaft, der Technik oder in der Kultur. Weil sie unglaublich hoch, erstaunlich niedrig, erschütternd, kurios oder vielleicht auch einfach nur unterhaltsam waren. 

In dieser Woche sind dabei: eine unverschämt hohe Preissteigerung, Flüchtlingsprognosen und Hilfspakete der Europäischen Union, eine weitweite Flotte von manipulierten Automobilen,, ein Anschlag, eine Massenpanik, eine Totgeglaubte, ein glücklicher Tipper und ein immens treffsicherer Stürmer. Klicken Sie sich durch die Zahlen der News-Woche. 

rös