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Säure-Anschlag auf Sergej Filin: Ballettchef kommt zur Behandlung nach Deutschland

Bei einer Säure-Attacke wurde Sergej Filin schwer verletzt, nun soll der Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters in Aachen behandelt werden. Die russische Polizei sucht weiter nach dem Täter.

Nach der Säure-Attacke auf ihn wird der Leiter des Bolschoi-Balletts, Sergej Filin, laut Medienberichten in Deutschland weiterbehandelt. Filin werde kommenden Montag nach Aachen verlegt, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Dienstag. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte laut Interfax, nach erfolgreichen Operationen in Moskau sei entschieden worden, Filin zur post-operativen Behandlung nach Deutschland zu bringen.

Dagegen sagte Bolschoi-Sprecherin Katerina Nowikowa, Deutschland sei als eine von mehreren Möglichkeiten im Gespräch. "Wir wissen aber noch nicht, welche Option in Betracht kommt", sagte sie Interfax.

Ein Unbekannter hatte dem künstlerischen Leiter des berühmten Balletts vor knapp zwei Wochen Säure ins Gesicht geschüttet. Der ehemalige Weltklasse-Tänzer wurde mit Verätzungen dritten Grades im Gesicht und an den Augen in ein Moskauer Krankenhaus gebracht. Das Augenlicht des Tänzers sei aber gerettet worden. "Er sieht schon vergleichsweise gut für eine solche Verletzung", sagte Wladimir Nerojew, der amtliche Augenarzt des russischen Gesundheitsministeriums, am Dienstag der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge.

Polizei will Lügendetektoren einsetzen

Die Polizei vermutet berufliche Motive hinter der Tat. Nach Angaben aus dem Bolschoi-Theater gibt es in dem ruhmreichen Haus heftige Machtkämpfe. Auch Filin glaubt, Opfer eines Rivalen geworden zu sein. Festnahmen gibt es bislang jedoch keine. Am Montag kündigten die Ermittler an, bei einigen Zeugenvernehmungen Lügendetektoren einzusetzen.

Filin will auch künftig die mit mehr als 200 Tänzern größte Balletttruppe der Welt am Bolschoi Theater in Moskau führen. Die Leitung hat vertretungsweise die frühere Primaballerina Galina Stepanenko, 46, übernommen, Filins Ex-Frau.

kave/DPA/AFP / DPA