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Saudi-Arabien: König Abdallah begnadigt Autofahrerin

Kleine Zeichen der Reformwilligkeit: König Abdallah spielt den gnädigen Herrscher und verschont eine Frau, die wegen unerlaubten Autofahrens ausgepeitscht werden sollte. Zum zweiten Mal fanden in dem Land Kommunalwahlen statt. Kleine Schritte zu mehr Demokratie und Gleichberechtigung.

Der saudi-arabische König Abdallah hat eine wegen unerlaubten Autofahrens zu Peitschenhieben verurteilte Frau begnadigt. Das teilte Prinzessin Amira Tawil, die Frau eines Neffen des Monarchen, gestern über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Dank Gott wurde die Geißelung von Scheima aufgehoben. Ein Dank an unseren geliebten König", schrieb sie. "Ich bin sicher, dass alle saudi-arabischen Frauen glücklich sein werden. Ich bin es", hieß es in der Botschaft weiter. Scheima Dschastaniah war am Montag von einem Gericht in Dschiddah zu zehn Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie gegen das Fahrverbot für Frauen verstoßen und sich hinter ein Steuer gesetzt hatte.

Ein Zeichen des Willens zum Umdenken? Am Donnerstag wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes gewählt. Der Andrang in den Lokalen war sehr gering. 5323 Männer bewerben sich um einen von 816 Sitzen in den Gemeinderäten des Landes. Die andere Hälfte der Räte wird von der Regierung, in der die Königsfamilie das Sagen hat, ernannt. Saudi-Arabien gibt sich demokratisch und reformbereit, doch nur in kleinen Schritten geht es voran.

Frauen sind bei den Wahlen nicht zugelassen. Sie sollen erst in der nächsten Runde, die theoretisch in vier Jahren stattfinden wird, als Wähler und Kandidaten auftreten können. Der König hatte das geplante Wahlrecht für Frauen diese Woche verkündet und gleichzeitig auch eine Mitgliedschaft von Frauen im Schura-Rat - eine Art Beratungsgremium, dessen Mitglieder der König auswählt - in Aussicht gestellt.

AFP/DPA / DPA
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