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Schiffs-Havarie: BMW-Strandgut in Millionenhöhe

Dem havarierten Frachter "Napoli" sind Motorräder und Autoteile von BMW im Wert von mehreren Millionen Euro über Bord gegangen. Ein Teil der angespülten Ware wird bereits bei E-Bay angeboten. Jetzt hat die Polizei den Strand gesperrt.

Aus Angst vor weiteren Plünderungen haben die britischen Behörden am Dienstag einen Strand an der Küste der südenglischen Grafschaft Devon weitgehend abgesperrt. Die Zufahrtstraßen wurden nach Informationen des BBC-Fernsehens blockiert, um zu verhindern, dass Strandräuber weiterhin Container des gestrandeten Frachters "Napoli" ausräumen. Die "Napoli" war vergangene Woche bei dem Orkan "Kyrill" in Seenot geraten, sich zur Seite geneigt und zahlreiche Container verloren.

Begehrt unter den Strandräubern waren vor allem die angespülten nageneuen BMW-Motorräder. Der havarierte Frachter hatte Ersatzteile und Motorräder von BMW im Millionenwert geladen. Das Schiff hat 77 Container mit Fahrzeugteilen, Ersatzteilen, Werkzeugen und 39 Motorrädern an Bord gehabt, sagte ein BMW-Sprecher am Dienstag der Nachrichenagentur Reuters.

Der örtliche Polizeichef Steve Speariett schätzte, dass "ungefähr 15 BMW-Motorräder vom Strand weggerollt wurden". Es habe zumindest auch Versuche gegeben, eine Mercedes-Limousine aus einem der Container zu entwenden.

Teile der Ladung, die für das BMW-Werk in Südafrika bestimmt war, seien bereits über Bord gegangen. Wie viel der BMW-Fracht gerettet werden könne, sei derzeit unklar. Ihr Wert liege im einstelligen Millionenbereich, teilte der Autobauer mit. Die Ware sei allerdings umfassend versichert. Auch die Kosten, die durch eine erneute Lieferung nach Südafrika entstünden, seien abgedeckt.

Am Montag hatten mehrere hundert Strandräuber mindestens 20 Container geplündert, die von der "Napoli" angeschwemmt worden waren. In ihre Hände fielen zum Beispiel teure Weine, Parfüm, Damenmode, Werkzeuge und Auto-Ersatzteile. Die Plünderungen dauerten bis weit in die Nacht. Inzwischen wird ein Teil der Waren bereits im Internet zur Versteigerung angeboten.

Nach britischem Gesetz seien am Strand gefundene und mitgenommene Wertgegenstände innerhalb von 28 Tagen meldepflichtig. Nur wenn ein eigens benannter Rechtsvertreter der Eigentümer ausdrücklich zustimme, dürfe Strandgut von den "Findern" behalten werden.

DPA / DPA