Schleuserbande Flüchtlinge als Folklore-Künstler getarnt


Die Polizei hat eine Schleuserbande ausgehoben, die jahrelang als Folklore-Künstler getarnte Marokkaner in die Bundesrepublik gebracht haben soll. Einige Flüchtlinge waren in menschenunwürdigen Behausungen eingepfercht.

Fahnder haben in Hannover und Köln eine Schleuserbande ausgehoben, die in großem Stil als Folklore-Künstler getarnte Marokkaner nach Deutschland gebracht haben soll. Tatsächlich seien die Marokkaner aber als Hilfsarbeiter oder Küchenhilfen eingesetzt worden, teilte die Bundespolizei in Hannover mit. Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher seien in Hannover verhaftet worden. Seit 2003 habe die Bande mit gefälschten Tourneeunterlagen in 203 Fällen Visa für mindestens 59 Marokkaner beschafft. Pro Person seien dafür 5000 Euro kassiert worden. In zwei Wohnungen in Hannover wurden zwölf menschenunwürdig einquartierte Marokkaner entdeckt.

80 Beamte hatten vier Wohnungen im Raum Hannover und in Köln durchsucht. Dabei wurde der 46 Jahre alte Hauptverdächtige marokkanischer Abstammung und sein sechs Jahre jüngerer Bruder festgenommen. Gegen beide lagen Haftbefehle vor. Mit drei Mittätern sollen sie Visa-Unterlagen gefälscht und damit Arbeitserlaubnisse für ihre Landsleute beschafft haben. Mit dieser Masche reisten die Marokkaner dann mehrfach nach Deutschland ein, wie Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel erklärte. In den Wohnungen wurden Wertgegenstände und Geschäftsunterlagen beschlagnahmt.

DPA DPA

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