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Schmiergeldprozess: China verurteilt Rio-Tinto-Manager

Vier Manager des australisch-britischen Rohstoffkonzerns Rio Tinto sind am Montag in China wegen Korruption zu hohen Haft- und Geldstrafen verurteilt worden.

Der seit Juli vergangenen Jahres inhaftierte Australier Stern Hu muss wegen Wirtschaftsspionage und Bestechung von Funktionären zehn Jahre ins Gefängnis und 146.000 Dollar Strafe zahlen.

Die drei mitangeklagten chinesischen Mitarbeiter erhielten Haftstrafen zwischen 7 und 14 Jahren. Sie hatten vergangene Woche vor Gericht Bestechlichkeit eingeräumt, das Ausmaß der Vorwürfe aber zurückgewiesen.

Beobachter sehen in dem Verfahren einen Test für den Umgang Chinas mit ausländischen Geschäftsleuten.

Australien hat die Urteile im Schmiergeld-Prozess kritisiert. Gemessen an australischen Standards seien die Strafen sehr hart - auch wenn sie für China im Rahmen der üblichen Rechtsprechung lägen, sagte Außenminister Stephen Smith am Montag.

Bei dem Prozess seien wichtige Fragen offengeblieben. Auswirkungen auf das Verhältnis beider Länder erwarte er nicht. Ob dies auch auf die Wirtschaftsbeziehungen zutreffe, müsse aber abgewartet werden, sagte Smith weiter. Der Minister erklärte zugleich, dass es Beweise für ein Fehlverhalten der Rio Tinto-Mitarbeiter gegeben habe.

Im vergangenen Frühsommer waren die Chinesen damit gescheitert, ihren Anteil an Rio Tinto auszubauen. China bestreitet eine Verbindung zwischen beiden Vorfällen.

APN/DPA / DPA