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Schockierende Kampagne: Eine "Hinrichtung" zum Aufrütteln

Das Foto lässt einem den Atem stocken: Was aussieht wie eine Hinrichtung, ist eine Kampagne von syrischen Aktivisten, mit der sie auf das Leid der Menschen im Bürgerkrieg aufmerksam machen wollen.

Es sieht aus wie eine Hinrichtung, ist aber eine Online-Kampagne

Es sieht aus wie eine Hinrichtung, ist aber eine Online-Kampagne

Es ist ein Bild, das schockiert und verstört: Jungen und Mädchen, zusammengepfercht in einem Käfig. Sie tragen, wie die Geiseln der Terrormiliz IS, orangefarbene Overalls. Im Vordergrund eine brennende Fackel. Eine Szene, die sofort an die Hinrichtung des jordanischen Piloten erinnert. Dieser wurde von IS-Kämpfern bei lebendigem Leib verbrannt. Die Gräueltat wurde gefilmt und im Internet verbreitet.

Doch das auf Twitter veröffentlichte Foto leitet in die Irre. Es handelt sich hierbei um keine geplante Hinrichtung von Kindern, sondern um eine Aktion der syrischen Aktivistengruppe "Raqqa is being slaughtered silently", die das Bild inszeniert haben. Als Kulisse wurde hierfür ein Stadtteil von Duma gewählt, der jüngst bei Luftanschlägen zerstört wurde, bei denen auch viele Kinder ums Leben kamen.

Mit der Aktion wollen die Aktivisten die Aufmerksamkeit auf den Bürgerkrieg in Syrien lenken, der durch die IS-Attentate in den Hintergrund gerückt ist. Obwohl noch immer täglich Menschen durch die Bomben von Präsident Assads Armee getötet werden. Der "Bild"-Zeitung sagte Azoz al Raqqawi von der Aktivistengruppe: "Wir wollen den Menschen zeigen, was in Duma passiert und wie seine Bewohner sterben. Sie verhungern oder sterben in den Flammen der Häuser, die Assads Armee bombardiert hat."

Assads Morde gehen unter

Das Bild wurde im Zuge einer von der Aktivistengruppe angelegten Online-Kampagne veröffentlicht. Unter den Hashtags #doumaexterminated und #assadholocaust verbreiten sie immer wieder Bilder und Videos, die das Leid in Syrien dokumentieren und für die Öffentlichkeit sichtbar machen soll. Doch das kommt nicht überall gut an. So ist auf Twitter zu lesen, dass eine solche Aktion den Leuten vor Ort nicht hilft.

Doch al Raqqawi verteidigt gegenüber der "Bild" die Aktion und sagt: "Wir wollen den Leuten klarmachen: Als der IS einen Piloten ermordet hat, hat die ganze Welt übers Internet Anteil genommen. Aber auch in Duma sterben viele Frauen, Kinder, alte Menschen durch die Luftschläge von Assads Armee. Auch sie verbrennen, und zwar in den Gebäuden, die von Assads Bomben getroffen wurden – aber das interessiert niemanden."

In Bezug auf die Stimmen, die die Anspielung auf die Hinrichtung des jordanischen Piloten in dem Bild unpassend finden, erklärt al Raqqawi: "IS ermordet ein oder zwei Leute – und schon berichten alle Medien. Aber wenn Assad und seine Armee vor euren Augen Hunderte tötet, schaut ihr einfach nur zu."

stb
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