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Sexuelle Übergriffe in DAK-Klinik: Missbrauchsaffäre auf Sylt nimmt größere Ausmaße an

Erst ging es um Zungenküsse, später um Oral- und Analsex: Beim Kinderspiel "Flaschendrehen" in einer Sylter Kurklinik kam es im Sommer zu sexuellen Übergriffen unter Jungen. Nun berichten Medien über einen weiteren Misshandlungsfall aus dem Mai.

Die sexuellen Übergriffe unter Kindern im Alter von neun bis 13 Jahren sind laut einem Pressebericht nicht die ersten gewalttätigen Vorfälle in der Fachklinik der DAK Hamburg in Westerland auf Sylt gewesen. Das Bielefelder "Westfalen-Blatt" (Donnerstagsausgabe) berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Flensburg, derzeit werde in einem weiteren Fall wegen des Verdachts der Körperverletzung und einer möglichen Aufsichtspflichtverletzung ermittelt.

Nach einer Strafanzeige soll am 5. Mai 2010 in der Fachklinik für übergewichtige Kinder, dem Haus Quickborn, ein minderjähriger Patient körperlich misshandelt worden sein, sagte die Sprecherin der Flensburger Behörde, Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, dem "Westfalen-Blatt". Der mutmaßliche Täter sei ebenfalls minderjährig. Das Ermittlungsverfahren richte sich noch gegen Unbekannt, fügte die Oberstaatsanwältin hinzu.

Laut dem Zeitungsbericht soll ein 13-jähriger Patient aus Osnabrück von einem oder möglicherweise mehreren Mitpatienten brutal zusammengeschlagen worden sein. Strafanzeige hatten demnach die Eltern des 13-Jährigen erstattet. Der Junge wurde mit schweren Verletzungen in ein anderes Krankenhaus gebracht. Die Umstände der Körperverletzung müssten noch genau geklärt werden, sagte Stahlmann-Liebelt, ebenso mögliche Verantwortlichkeiten vom Betreuungspersonal.

Die DAK Hamburg bestätigte, dass es am 5. Mai eine vorzeitige Entlassung aus der Fachklinik gegeben habe. Im Hinblick auf die Wahrung der Intimsphäre des betroffenen Kindes könnten aus Datenschutzgründen keine weiteren Angaben gemacht werden, sagte DAK-Sprecher Frank Meiners dem "Westfalen-Blatt".

Die Staatsanwaltschaft Flensburg hatte am Dienstag bestätigt, dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs in der DAK-Kureinrichtung auf Sylt nachzugehen. Die DAK bestätigte "sexuelle Handlungen" in einer Kindergruppe.

AFP/DPA / DPA