HOME

Skandal um französische Brustimplantate: Deutsche Firma lieferte Billigsilikon

Ein deutscher Chemikalienhändler hat das Silikon an den Brustimplantatehersteller PIP geliefert. Die Substanz war als Dichtungsmasse vorgesehen. Mitarbeiter von PIP schwante bereits 2005 Böses.

Der deutsche Chemikalienhändler Brenntag hat Industriesilikon an den französischen Hersteller von Brustimplantaten PIP geliefert. "Wir haben das Produkt an PIP geliefert und sind mit den französischen Gesundheitsbehörden in Kontakt", sagte ein Brenntag-Sprecher am Montag. Es habe sich um ein unter dem Namen "Baysilone" bekanntes Material gehandelt, das etwa als Dichtungsmasse in der Baubranche eingesetzt werde. Darüber hinaus wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Das französische Unternehmen Poly Implant Prothese (PIP) hatte Brustimplantate mit Industriesilikon gefüllt statt mit einem medizinischen Kunststoff. Bei zahlreichen Kissen sind inzwischen Risse aufgetreten. Das Silikon soll sich in den Körpern der betroffenen Frauen verteilt haben. Kritikern zufolge könnte der Stoff krebserregend sein.

Neben Baysilone sollen weitere Industriechemikalien wie Silopren und Rhodorsil gefunden worden sein, die in der Kautschukindustrie zum Einsatz kämen, berichtete der französische Radiosender RTL.

Arzneimittelaufsicht soll von gepantschtem Gel gewusst haben

Hersteller des Schmierstoffs Baysilone ist nach Angaben auf der Website von Brenntag das US-Unternehmen Momentive Performance Materials. Dieses Unternehmen ist aus GE Bayer Silicones hervorgegangen, einem 1998 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen des deutschen Chemiekonzerns Bayer mit dem US-Industriekonzern GE. 2006 hatte Bayer seine Anteile daran an GE verkauft.

Die französische Arzneimittelaufsicht Afssaps habe gewusst, dass es sich um ein "gepanschtes Gel" handele, das eher in der Nahrungsmittel- und Computerindustrie eingesetzt werde, sagte der medizinische Berater einer Vereinigung betroffener Frauen, Dominique-Michel Courtois. Er hob aber hervor: "Man konnte nicht ahnen, dass das Gel Schmierstoffe enthält." Der Anwalt des PIP-Gründers Jean-Claude Mas versicherte, die Bestandteile kämen auch in der Schönheitsindustrie vor. Auch Hautcremes können Erdölprodukte wie Silikone enthalten.

Mitarbeiter warnten vor mangelhaften Kissen

Das Problem mit den Billigeinlagen war einem internen PIP-Schriftwechsel zufolge, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, schon lange bekannt: Bereits ab 2005 haben PIP-Mitarbeiter demnach die Firmenleitung informiert, dass es vermehrt zu Rissen in den Silikonkissen komme. Ein Mitarbeiter verlangte eine Erklärung dafür und warnte Anfang 2006, dass die Schwierigkeiten mit den PIP-Produkten unter Chirurgen bereits die Runde mache.

Die Vertriebsleitung antwortete demnach: "Der Umsatz ist wichtiger als der Zustand der Hüllen, bitte veranlassen Sie das Notwendige." Demnach besteht der Verdacht, dass die Firma nicht nur beim Silikongel, sondern auch bei den Hüllen sparen wollte.

In einem bisher einzigartigen Aufruf hatten die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen empfohlen, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen. Nach jüngsten Angaben der Afssaps sind inzwischen 20 Frauen mit PIP-Implantaten an Krebs erkrankt. Einen Beweis für einen Zusammenhang zu den Silikonkissen gibt es aber nicht. Auch Frauen in Deutschland tragen die Einlagen, offizielle Zahlen liegen aber nicht vor. Neben Deutschland forderten auch die Niederlande, Großbritannien und Brasilien betroffene Frauen auf, einen Arzt aufzusuchen. Insgesamt sollen weltweit bis zu 300.000 Frauen die Produkte des französischen Unternehmens PIP eingesetzt bekommen haben, viele davon leben in Lateinamerika.

Die 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit hunderttausende mit einem Billigsilikon gefüllte Brustimplantate verkauft; danach war es vermehrt zu Rissen in den Einlagen und in der Folge zu Entzündungen bei den betroffenen Frauen gekommen.

swd/AFP/Reuters / Reuters
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(