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Brüchige Geldscheine: Experten rätseln über Brösel-Euros

Manipulation oder Panne? Das Rätselraten um die Ursache der zerbröselnden Geldscheine geht weiter. Nach EZB-Angaben könnte es sich um Geld aus einer Erpressung handeln, das mit Spezialtinte versehen worden sei.

Zerbröselnde Geldscheine geben Polizei und Bundesbank Rätsel auf: Seit Juni sind vor allem in Nord- und Ostdeutschland rund 1500 Euronoten im normalen Gebrauch auseinander gefallen. Laut Bundesbank sind alle Scheine echt, ein Fehler bei ihrer Herstellung ist ausgeschlossen. Es sei das erste Mal, dass echte Scheine von derartigen Beschädigungen betroffen seien.

Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) könnten die Scheine gestohlen worden sein. Der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet, schloss sagte in Frankfurt am Main, manchmal würden Banknoten mit einer Spezialtinte versetzt, um Dieben das Handwerk zu erschweren. Es sei nicht auszuschließen, dass Diebe versucht hätten, die nicht abwaschbare rote Tinte mit einem weiteren chemischen Verfahren aus den Scheinen herauszubekommen. Dabei könne es zu der Veränderung des Papiers gekommen sein.

Innenmininsterium vermutet defekte Geldautomaten?

Experten des Bundesinnenministerium vermuteten eine defekte Batterie in einem Geldautomaten als Ursache. Die fraglichen Banknoten stammten alle aus bestimmten Automaten. Die Maschinen werden nun ausgetauscht, wie Ministeriumssprecher Stefan Kaller in Berlin sagte. Batterien enthalten Schwefelsäure.

Auslöser für das Zerbröseln seien Säuren, wie sie beispielsweise in Industriereinigern vorkämen. Beim Körperkontakt, etwa bei der Entnahme aus einem Geldautomaten, brächen die Scheine entzwei. Die Landeskriminalämter (LKA) von Rheinland- Pfalz und Berlin identifizierten die Substanz als Schwefelsäure. Bei normalem Umgang bestehe aber keine Gesundheitsgefahr.

Scheine können umgetauscht werden

Die Wahrscheinlichkeit, ein solche Note in die Hand zu bekommen, ist nach Einschätzung der Bundesbank äußerst gering. Sie begründet dies mit dem Umlauf von 10,5 Milliarden Scheinen im Euroraum und 5 Milliarden Scheinen in Deutschland.

Wer doch einen schadhaften Schein erwischt, kann ihn sich bei der Bundesbank, ihren Filialen und in der Regel auch bei normalen Geschäftsbanken ersetzen lassen. Voraussetzung ist, dass mehr als die Hälfte des Scheins erhalten ist; andernfalls muss der Kunde nachweisen, dass der verbliebene Rest vernichtet worden ist.

DPA/AP / AP / DPA