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Chemnitz Blutiger Streit nach Stadtfest: ein Toter und mehrere Verletzte

So entsetzt reagieren die Menschen auf die Proteste in Chemnitz.
Am Sonntagnachmittag zieht eine protestierende Menschenmenge durch die Chemnitzer Innenstadt. Laut Polizei handelt es sich um etwa 800 Menschen. Unter ihnen wohl auch einige gewaltbereite Rechte. In sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das zeigt, wie ausländische Mitbürger verfolgt und bedrängt werden. Viele Menschen sind über die Bilder der offenbar gewaltbereiten Proteste entsetzt. Hintergrund für die Proteste ist eine tödliche Auseinandersetzung im Rahmen des Chemnitzer Stadtfestes. In der Nacht auf Sonntag ist dabei ein 35-jähriger Mann ums Leben gekommen. Mehrere Gruppen hatten „in Gedenken an die Messerattacke“ in den sozialen Medien zu einer "Spontandemo" aufgerufen.
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Nach einem Messerangriff in der Chemnitzer Innenstadt ist in der Nacht ein 35-jähriger Mann gestorben. Die Hintergründe der Tat nach dem Stadtfest sind noch unklar. Die Veranstaltung wurde frühzeitig abgebrochen.

Das Chemnitzer Stadtfest anlässlich des 875. Stadtjubiläums ist von einer tödlichen Messerattacke überschattet worden. Mehrere Stunden, nachdem die Veranstaltung im Zentrum der sächsischen Großstadt beendet war, hat es nach Polizeiangaben einen Streit gegeben. Dabei wurden drei Männer im Alter von 33, 35 und 38 Jahren schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag der 35-Jährige seinen Verletzungen.

Das Stadtfest wurde daraufhin frühzeitig abgebrochen. "Wir haben uns aus Pietätsgründen dazu entschieden, das Stadtfest um 16 Uhr zu beenden", sagte Sören Uhle von der Chemnitzer Wirtschaftsförderung, die das Stadtfest veranstaltet. 

Gegen 3.15 Uhr  sei es zunächst zu Beschimpfungen zwischen "Personen unterschiedlicher Nationalitäten" gekommen, die wenig später in Gewalt umgeschlagen seien, teilte die Polizei mit. Nähere Angaben zur Staatsangehörigkeit der Beteiligten machte die Polizei zunächst nicht.

Zwei Festnahmen nach Messerattacke in Chemnitz

Beamte konnten wenig später zwei 22 und 23 Jahre alte Männer, die vom Tatort geflüchtet sein sollen, stellen und vorläufig festnehmen. Ob sie in den Streit verwickelt waren, ist derzeit noch unklar.

Die Spurensicherung der Chemnitzer Polizei war bis zum Vormittag am Tatort in der Brückenstraße unweit des Hauptbahnhofes im Einsatz, um den Tatablauf zu ermitteln. Auch der Auslöser des Streits ist noch unklar. Insgesamt haben sich nach Angaben einer Sprecherin "maximal zehn Personen" an der Auseinandersetzung beteiligt. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Totschlags.

In den sozialen Medien rief die sächsische Polizei dazu auf, sich nicht an Spekulationen zu dem Vorfall zu beteiligen. Es gebe "keinerlei Anhaltspunkte, dass eine Belästigung der Auseinandersetzung vorausging", twitterte die Polizei. Zuvor hatten Informationen kursiert, dass der Grund für die Auseinandersetzung eine Belästigung von Frauen gewesen sei; der Niedergestochene habe helfen wollen, hieß es.

Die Polizei bereitet sich unterdessen auf eine Protestveranstaltung von Anhängern des Fußballregionalligisten Chemnitzer FC vor. Sie rufen für den Nachmittag im Internet zu einer Versammlung in unmittelbarer Nähe des Tatortes unter dem Motto "Unsere Stadt - Unsere Regeln" auf. "Lasst uns zusammen zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat", heißt es in dem Aufruf. Auch die AfD Sachsen rief zu einer "Spontandemo gegen Gewalt" auf.

mit DPA-Material

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