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Mysteriöser Vermisstenfall: Mehr als 1000 Hinweise im Fall Rebecca - Anklage auch ohne Leichenfund möglich

Die Bevölkerung nimmt großen Anteil am Fall der vermissten Rebecca Reusch. Seit der Erwähnung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" gingen mehr als 1000 Hinweise bei der Polizei ein. Die durchkämmt seit Tagen ein weitläufiges Waldstück.

Wo ist Rebecca Reusch? Mit einer Hundertschaft und Spürhunden versucht die Berliner Polizei, endlich eine Antwort auf diese seit Tagen drängende Frage zu finden. Am dritten Tag in Folge durchkämmten die Beamten das weitläufige Gelände eines Waldstücks bei Kummersdorf, etwa 50 Kilometer südöstlich von Berlin. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin am Samstag. Zudem richten sich die Beamten darauf ein, auch am Sonntag die Suche nach der seit dem 18. Februar vermissten 15-Jährigen fortzusetzen. Die Polizei geht davon aus, dass die junge Frau nicht mehr am Leben ist.

Inzwischen seien in den knapp drei Wochen mehr als 1000 Hinweise zu dem Fall eingegangen, sagte die Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die würden alle geprüft und dann je nach möglicher Bedeutung priorisiert. Dabei seien aber auch viele Hinweise, die nicht brauchbar seien. Der Fall der Jugendlichen war am Mittwochabend auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" behandelt worden.

Suche nach Rebecca mit größtem Aufwand

Unter den Hinweisen sei auch einer auf den Wald zwischen den kleinen Orten Kummersdorf und Wolzig in der Umgebung von Storkow, der seither unablässig durchkämmt wird. Mehr Informationen gab die Polizei dazu nicht. Möglicherweise sah dort jemand ein rotes Auto, wie es der Schwager von Rebecca fährt. Der Wald ist allerdings sehr groß und wird jetzt Stück für Stück abgesucht. Am Samstag verlagerte die Polizei ihren Schwerpunkt weiter nach Westen in Richtung des Wolziger Sees.

Erneut wurden spezielle Spürhunde der Polizei zur Unterstützung aus anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nach Brandenburg gebracht. Auch Polizeiautos aus Thüringen wurden gesehen. Am Freitag hatte die Polizei zudem private Suchhunde eingesetzt. Mehrere Autos entsprechender Vereine oder Firmen mit Nummernschildern aus Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden von der Polizei mit Blaulicht zu dem Wald eskortiert.

Prozess ohne Leichenfund denkbar

Nach wie vor ist der 27-jährige Schwager der Vermissten als Hauptverdächtiger, gegen den viele Indizien sprechen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und schweigt laut Polizei zu den Beschuldigungen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet wird er inzwischen von einer Berliner Anwältin vertreten, die nach Angaben auf ihrer Homepage früher als Polizistin gearbeitet hat.

Ein Prozess könnte ihm auch dann drohen, wenn die Leiche von Rebecca nicht gefunden werden sollte. "Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche", sagte der Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) zur Rechtslage. Für die Ermittler steige ohne Leichenfund allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden.

"Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde", sagte Lilie der Deutschen Presse-Agentur. "In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat." Wenn keine Leiche gefunden werde, müsse das Gericht am Ende die Beweise bewerten und seine Schlussfolgerungen ziehen.

Hier geht's zum Fahndungsaufruf der Berliner Polizei.

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dho / DPA