HOME

NRW: Falsche Jugendamtsmitarbeiter verlangten Herausgabe von Kindern

In Gelsenkirchen und Duisburg haben offenbar falsche Jugendamtsmitarbeiter an Wohnungen geklingelt und die Herausgabe von Kindern gefordert. Ob es sich tatsächlich um versuchte Kindesentführungen handelte, ist unklar. Die Polizei ermittelt.

Noch ist im Fall der falschen Jugendamtsmitarbeiter in Gelsenkirchen und Duisburg unklar, was die Täter wirklich wollten

Noch ist im Fall der falschen Jugendamtsmitarbeiter in Gelsenkirchen und Duisburg unklar, was die Täter wirklich wollten

DPA

Unheimliche Vorfälle in Nordrhein-Westfalen: In Gelsenkirchen und Duisburg haben sich Personen offenbar als Jugendamtsmitarbeiter ausgegeben und versucht, sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Dabei sollen die Täter auch die Herausgabe von Kindern gefordert haben. Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar, ob es sich tatsächlich um versuchte Kindesentführungen handelte oder um einen Trick, die Wohnung auszuspionieren. In Gelsenkirchen gab es bereits in der vergangenen Woche zwei Vorfälle. Am Donnerstagmittag ereignete sich ein ähnlicher Versuch in Duisburg. Beide Städte warnten jeweils in Pressemitteilungen vor den Tätern.

"Wir nehmen die Sache sehr ernst", sagte der Sprecher der Duisburger Polizei dem stern. Bei dem Vorfall in Duisburg haben demnach ein Mann und eine Frau an der Haustür einer Familie geklingelt und einen offenbar falschen, blauen Dienstausweis vorgezeigt. Sie forderten die 30-jährige Mutter auf, ihnen Zutritt zur Wohnung zu gewähren - und sie verlangten gezielt die Herausgabe des jüngsten Kindes, ein nicht mal einjähriges Mädchen. Aber die Frau habe geistesgegenwärtig reagiert und den Tätern die Tür vor der Nase zugeschlagen. Danach habe sie, obwohl des Deutschen kaum mächtig, sofort das Jugendamt informiert. Sie war offenbar stutzig geworden, weil sie nichts mit dem Jugendamt zu tun habe.

Fahndungsaktion: So können Sie Europol dabei helfen, Kindesmissbrauch aufzuklären

Vorfälle in Gelsenkirchen liefen fast identisch ab

Die Vorfälle in Gelsenkirchen in der vergangenen Woche liefen fast identisch ab. Dort sollen es zwei Frauen gewesen, sein, die sich mit dem Trick Zutritt zu den Wohnungen verschafft haben sollen. "Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen", sagte ein Polizeisprecher der Stadt. Mit den Kollegen aus Duisburg sei zwar schon eine Personenbeschreibung abgeglichen worden, aber es habe keine Übereinstimmungen gegeben.

Zudem sei bislang völlig unklar,  ob es sich um versuchte Kindesentführung handele oder eine bislang unbekannte Form des Trickbetrugs, um in fremde Wohnungen zu gelangen. So hätte es in Duisburg zuletzt auch Trickbetrüger gegeben, die mit gefälschten Ausweisen der Stadtwerke gezielt versucht hätten, sich Zugang zu Wohnungen von Rentnern zu verschaffen.

tis