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Großbritannien Vergewaltiger nach 40 Jahren anhand von DNA der gezeugten Tochter gefasst

Eine Hand steckt einer blonden Frau einen Wattestab am rechten Mundwinkel in den Mund
Ein DNA-Test der inzwischen erwachsenen Tochter hat in Großbritannien nach Jahrzehnten einen Vergewaltiger überführt (Symbolbild)
© Sven Hoppe / DPA
40 Jahre nach der Tat ist ein Brite der Vergewaltigung überführt worden. Das damals minderjährige Opfer hatte das aus der Tat entstandene Mädchen zur Adoption freigegeben. Als Erwachsene hat die Tochter die Ermittlungen wieder ins Rollen gebracht.

In Großbritannien ist ein Rentner 40 Jahre nach der Vergewaltigung einer Minderjährigen aufgrund einer DNA-Analyse zu elf Jahren Haft verurteilt worden – das Genmaterial stammte von seiner bei dem Verbrechen gezeugten Tochter. Der heute 74-jährige Täter konnte gefasst werden, weil die Tochter "die Hartnäckigkeit und Entschlossenheit" gehabt habe, Gerechtigkeit "für sich selbst und ihre Mutter" zu erreichen, sagte am Dienstag der Richter in Birmingham.

Das Vergewaltigungsopfer war zum Zeitpunkt des Verbrechens 13 Jahre alt. Das Mädchen wurde schwanger und gab das Kind nach der Geburt zur Adoption frei. Die Tochter erfuhr die Umstände ihrer Zeugung mit 18 Jahren, als sie zum ersten Mal Recht auf Einsicht ihrer Akte hatte. Die Frau sprach vor Gericht von einer "erschreckenden" Entdeckung.

Vergewaltigung "unter den Teppich gekehrt"

Sie sei traurig darüber gewesen, die "Personifizierung einer der schlimmsten Dinge zu sein, die jemandem passieren können", sagte die Frau. Nach Angaben des Richters war das Verbrechen damals von den Behörden "unter den Teppich gekehrt" worden. 

Die bei der Tat gezeugte Frau setzte sich dann für neue Ermittlungen in dem Fall ein. Sie konnte ihre biologische Mutter überzeugen, Anzeige zu erstatten. Aufgrund der DNA-Analyse wurde dann die Vaterschaft des jetzt verurteilten 74-Jährigen festgestellt. Der Mann hatte bis dahin bestritten, der Vater zu sein.

Mann versucht, die Schuld von sich zu weisen

Vor Gericht gestand der Mann den sexuellen Verkehr mit der Minderjährigen, behauptete aber, dieser sei einvernehmlich gewesen. Das Mädchen habe ihm vorgetäuscht, 16 Jahre alt zu sein. Der Richter wies diese Darstellung zurück. Der Täter versuche damit, "die Schuld auf das Opfer" zu schieben.

tkr AFP

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