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Hochstapler enttarnt: Italiener arbeitet jahrelang als falscher Arzt – dann fliegt er wegen eines kleinen Details auf

Oft sind es Kleinigkeiten, die das Lügengeflecht eines Hochstaplers einstürzen lassen. Auch im Falle des Italieners Matteo P. war das so. Jahrelang hatte er als falscher Arzt gearbeitet. Dann schöpfte eine Kollegin Verdacht.

falscher chirurg - hände desinfektion

Zwei Chirurgen in einem OP-Saal - ein italienischer Hochstapler hatte dort nichts zu suchen, was jedoch jahrelang nicht auffiel (Symbolbild)

Picture Alliance

Immer wieder schaffen es Hochstapler, dass ihr Geflecht aus Lügen und Täuschungen teils jahrelang nicht auffliegt. Auch dem Italiener Matteo P. gelang es über einen längeren Zeitraum, Vorgesetzte und Kollegen in dem Glauben zu lassen, er sei ein anerkannter plastischer Chirurg. Sein sicheres Auftreten und seine vermeintliche Kompetenz brachten P. Anstellungen in verschiedenen Kliniken in Italien und Rumänien ein, wo er unter anderem in Notaufnahmen arbeitete und auch operierte.

Dass Matthew Mode, wie sich P. zuletzt nannte, nie Medizin studiert, geschweige denn das Abitur absolviert hatte, fiel niemandem auf. Bis vor Kurzem: Eine Kollegin in einer Bukarester Privatklinik schöpfte Verdacht, weil ihr P.s Verhalten im OP-Saal auffällig vorkam. Nach einem weiteren Zwischenfall stellte die Klinikleitung Nachforschungen an, der Schwindel flog auf. Inzwischen sitzt der 38-Jährige in der rumänischen Hauptstadt in Untersuchungshaft, nachdem man ihn an der Grenze zu Ungarn beim Versuch das Land zu verlassen festgenommen hatte, wie die rumänische Zeitung "Libertatae" berichtet. 

Hände falsch desinfiziert - Arzt-Kollegin kommt P. auf die Schliche

Demnach war die Arzt-Kollegin P.s stutzig geworden, weil der vermeintliche Mediziner sich vor einem Eingriff völlig falsch die Hände desinfizierte. Auch die OP-Handschuhe konnte sich P. nicht richtig anziehen, zudem habe er nicht gewusst, wie man eine Spritze richtig hält.

Als es wenig später dann noch zu Komplikationen bei einer Brust-OP kommt, schaut sich die Leitung der angesehenen Monza-Klinik in Bukarest unter anderem "Dr. Modes" Zulassungspapiere genauer an - und stellt schnell fest, dass es sich bei dem angeblich im Kosovo ausgestellten Dokument um eine Fälschung handelt. Zu diesem Zeitpunkt ist dem Hochstapler laut "Libertatae" auch schon die Polizei auf den Fersen. Demnach hatten zwei nicht näher beschriebene Personen P. wegen Betrugs angezeigt. Dem Bericht zufolge ermittelten die Behörden seit Ende November vergangenen Jahres gegen den Italiener.

P. flog 2011 erstmals in Italien als falscher Arzt auf

Dabei hätte sich der Ärger und Imageverlust, dem sich die Klinik nun gegenübersieht, vermutlich bei einer genaueren Überprüfung P.s im Vorfeld seiner Anstellung schnell vermeiden lassen. So war der falsche Mediziner Arzt bereits 2011 in Italien wegen Betrugs zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Auch dort hatte er als Arzt gearbeitet - mit einer Zulassung, die er einfach einem Namensvetter geklaut hatte. 

Seine Kollegen in der Heimat hatte er damals offenbar allein mit einer großen Fachbibliothek wissenschaftlicher Veröffentlichungen in seinem Anwesen täuschen können. 

Quelle: "Libertatae"

mod
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