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Friedberg in Bayerisch-Schwaben: 87-Jähriger hat Käse im Wert von 4,55 Euro geklaut – nun wurde er verurteilt

Ein Rentner wurde in Bayern beim Diebstahl von drei Stücken Käse erwischt. Er sei verzweifelt und vor allem hungrig gewesen, begründete er die Tat. Nun fiel das Urteil.

Diebstahl im Wert von 4,55 Euro: Rentner wurde nun verurteilt

Bei dem Diebstahl sei er verzweifelt und vor allem hungrig gewesen, begründete der Rentner die Tat (Symbolfoto)

Getty Images

Im bayerischen Friedberg stahl ein 87-jähriger Rentner Käse in einem Supermarkt und wurde prompt erwischt. Er habe im Monat nur 200 Euro zur Verfügung, verspürte Heißhunger und handelte schlicht aus Verzweiflung, wie die "Augsburger Allgemeine", die zuerst über den Fall berichtete, die Verteidigungsrede des Mannes zusammenfasst.

Doch so ganz kaufte das zuständige Amtsgericht Aichach dem Rentner seine prekäre Situationsbeschreibung nicht ab, wie die Deutsche Presseagentur (DPA) von der Gerichtsverhandlung vermeldete. Erstens habe er ähnliche Taten schon mehrfach in der Vergangenheit verübt und wurde dafür bereits verurteilt. Die aktuelle Tat beging er während seiner Bewährungszeit, unter der er noch für ältere Taten stand, wie die DPA berichtet.

Zweitens hatte er sehr wohl Geld dabei, als er sich zu dem Supermarkt begab. Er bezahlte nämlich für andere Artikel in dem Geschäft, wie etwa Dinkelsamen. Beide Tatsachen sprechen also gegen die Verteidigungsstrategie des Mannes.

Bewährungsstrafe für wiederholten Diebstahl

Jedoch sei ein älterer Mensch, wie der nun vor Gericht stehende Rentner, tendenziell strafempfindlicher, wie die Pressesprecherin des Amtsgerichts Aichach Daniela Lichti-Rödl der "Augsburger Allgemeinen" sagte. So würde ihm ein Haftaufenthalt stärker zusetzen als weniger alten Menschen. Dieser Umstand werde in das zu fällende Urteil einbezogen. Auch eine möglicherweise nachlassende Geisteskraft, wie sie mitunter bei Senioren vorliege, könne sich strafmildernd auswirken, sagte Lichti-Rödl der "Augsburger Allgemeinen".

Schließlich verhängte das Amtsgericht seine Strafe: Drei Monate auf Bewährung. In den folgenden vier Jahren darf der Mann nun keine weiteren Straftaten begehen, wenn er nicht einsitzen möchte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quellen: "Augsburger Allgemeine" / DPA

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