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São Paulo Kampfsportweltmeister Leandro Lo nach Streit in den Kopf geschossen

Leandro Lo gilt in Brasilien als Kampfsportlegende
"Einer der größten Athleten, die unser Sport je hervorgebracht hat": der brasilianische Jiu-Jitsu-Weltmeister Leandro Lo
© Zuma / / Imago Images
Er gehörte zu den besten Kampfsportlern weltweit in seiner Disziplin: Leandro Lo, achtmaliger Weltmeister im Jiu-Jitsu, ist nach einem Streit in einem Club angeschossen und für Hirntod erklärt worden.

Der achtfache Jiu-Jitsu-Weltmeister Leandro Lo ist in einem Nachtclub in São Paulo nach einer Auseinandersetzung mit einem anderen Gast angeschossen und im Krankenhaus für Hirntod erklärt worden. Der mutmaßliche Täter konnte fliehen, stellte sich aber später der Polizei. Ein Richter erließ einen zunächst für 30 Tage geltenden Haftbefehl gegen den 30 Jahre alten Militärpolizisten.

"Lo war einer der größten Athleten, die unser Sport je hervorgebracht hat", würdigte der brasilianische Jiu-Jitsu-Verband den 33-Jährigen. "Ein beispielhafter Athlet, ein echter Träger des schwarzen Gürtels und Kampfsportler und ein Champion auf und neben der Matte."

Leandro Lo überwältigte Angreifer zunächst

Lo hatte mit Freunden den Auftritt einer populären Musikgruppe im exklusiven Club Sirio im Süden São Paulos besucht, als es am frühen Sonntagmorgen zu dem Streit kam. Zeugenaussagen zufolge nahm sich der mutmaßliche Täter eine Flasche vom Tisch, an dem Lo mit vier Freunden saß. "Leandro bat ihn, die Flasche zurückzustellen, da sie ihm nicht gehörte", zitiert die brasilianische Internetseite "Globo" einen der Begleiter des Kampfsportlers. Der Mann habe die Flasche daraufhin abgestellt und angefangen, sich mit Lo zu streiten. Dieser habe den Störenfried zu Boden gebracht und fixiert.

Als Lo den Mann wieder freigelassen habe und alle gedacht hätten, die Auseinandersetzung sei nun vorüber, habe der 30-Jährige eine Waffe gezogen und auf den Kampfsportler gefeuert, berichtete der Freund. "Er ging vier Schritte zurück, zog eine Pistole aus dem Hosenbund und schoss ihm aus nächster Nähe in den Kopf".

Ein Arzt, der bei der Veranstaltung anwesend war, habe sofort Erste Hilfe gleistet und auf dem Weg ins Krankenhaus Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt, schreibt die Zeitung. Dort hätten die Mediziner den Hirntod des Athleten festgestellt, wie seine Familie bestätigt habe.

Leandro Pereira do Nascimento Lo, wie er mit vollem Namen hieß, war achtfacher Jiu-Jitsu-Weltmeister in fünf verschiedenen Kategorien und gewann fünf mal den Weltcup sowie acht panamerikanische Titel in der Kampfsportart. Der 33-Jährige, der 2012 seinen ersten Weltmeistertitel im Leichtgewicht geholt hatte, war immer noch aktiv und im Mai dieses Jahres Weltmeister im Mittelschwergewicht geworden. "Beim ersten Titel hatte ich das Gefühl, Weltmeister zu werden, und bei diesem letzten das Gefühl, immer noch Weltmeister zu sein, die beiden besten Gefühle meines Lebens", schrieb Lo in den sozialen Medien.

Der Brasilianer sollte in den kommenden Tagen bei einer Meisterschaft in den Vereinigten Staaten antreten.

Quellen: "Globo", "Marca", BBC


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