HOME

Illegales Autorennen: 19-Jährige tot: Kölner Raser kommen mit Bewährungsstrafe davon

Die 19 Jahre alte Radfahrerin hatte keine Chance: Bei einem illegalen Autorennen in Köln verlor ein Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und verletzte die Frau tödlich. Nun hat das Kölner Landgericht ein Urteil über die beiden jungen Raser gefällt.

Köln Blumen und Grabkerzen stehen auf einem Radweg, während im Hintegrund ein Radfahrer vorbeifährt

Blumen und Grabkerzen stehen zehn Tage nach dem Unfall in Köln an der Stelle, an der die 19-jährige Radfahrerin starb (Archivbild vom April 2015)

Genau am ersten Jahrestag des schrecklichen Unfalls spricht das Kölner Landgericht sein Urteil: Zwei junge Raser erhalten Bewährungsstrafen, weil sie den Tod einer 19 Jahre alten Radfahrerin in Köln verursacht haben. "Wir haben es hier mit einem Rennen zu tun", stellt der Vorsitzende Richter Harald Helmes am Donnerstag fest. Allerdings sei die Wettfahrt nicht geplant und verabredet gewesen, sondern aus der Situation heraus entstanden, "im Sinne eines spontanen Kräftemessens".

Rückblende: Am 14. April 2015 treffen sich die beiden Angeklagten nach Feststellung des Gerichts in einer Shisha-Bar und wollen dann zum Kölner Tanzbrunnen. Von Anfang an fahren sie mit ihren getunten Wagen schneller als erlaubt. An Ampeln lassen sie ihre Motoren aufheulen, spielen mit dem Gaspedal und legen Blitzstarts hin. Der vordere Fahrer will sich nicht überholen lassen, beschleunigt deshalb immer mehr. Der Kumpel hält mit, sein Wagen klebt praktisch an der Stoßstange des Vordermanns. "Wie bei einem Formel 1-Rennen" seien die beiden Fahrzeuge an ihr vorbeigeprescht, schildert eine Zeugin.

Köln: Auto fegt 19-Jährige vom Radweg

Plötzlich verliert der erste Fahrer - heute 23 Jahre alt - in einer Kurve bei Tempo 95 die Kontrolle über seinen Wagen. Das Auto gerät ins Schleudern und trifft mit großer Wucht die 19-Jährige, fegt sie regelrecht vom Radweg. Die junge Frau hat trotz Helm keine Chance.
Wenige Tage später stirbt sie an ihren Verletzungen.

Im Gerichtssaal gibt der 23-Jährige sich reumütig, tupft sich immer wieder die Augen mit einem Taschentuch. Am ersten Prozesstag verliest sein Verteidiger eine Erklärung, wonach sein Mandant die Tat weitgehend einräume und die Angehörigen um Entschuldigung bitte. Der andere Angeklagte, 22 Jahre alt, gibt an, er fühle sich moralisch mitschuldig, trage aber keine strafrechtliche Verantwortung.

Verurteilt wegen fahrlässiger Tötung

Das sehen die Richter am Ende anders. Beide Angeklagten werden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Der 23-Jährige erhält zwei Jahre, der 22-Jährige ein Jahr und neun Monate auf Bewährung. Ihre Führerscheine sind beide für mindestens dreieinhalb Jahre los.

Keine Belege finden die Richter dafür, dass die Angeklagten Mitglieder der Raser-Szene sein könnten, die nach Erkenntnissen der Polizei in Köln existiert. Ihr gehören demnach Männer zwischen 18 und 25 Jahren an, die sich regelmäßig zu illegalen Rennen treffen. Im vergangenen Mai gründete die Polizei eigens eine spezielle Ermittlungsgruppe, um diese Szene stärker ins Visier zu nehmen.

90 Anzeigen wegen illegaler Rennen

Denn der Tod der Radfahrerin war im vergangenen Frühjahr nicht der einzige schlimme Unfall dieser Art in Köln. Wenige Wochen zuvor kam der Fahrgast eines Taxis ums Leben: Es wurde von einem Auto gerammt, das an einem Rennen beteiligt war. Auch ein 26 Jahre alter Radfahrer wurde Opfer eines Rasers.

Seit ihrer Gründung hat die Ermittlungsgruppe nach Polizeiangaben rund 13.000 Raser erwischt, 90 Fahrer wegen illegaler Rennen angezeigt und mehr als 200 aufgemotzte Autos sichergestellt. "Es ist wichtig, den Druck auf die Szene weiter aufrecht zu erhalten", betont der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies.

tkr/Petra Albers / DPA
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.