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Polizei geht neuer Spur nach: Frau findet Hose des vermissten Mirco aus Grefrath

Seit einer Woche hält der Fall des vermissten Mirco aus Grefrath Deutschland in Atem. Die Polizei hat die großangelegte Suche zwar abgebrochen, verfolgt aber dennoch eine neue Spur: Die Hose des Zehnjährigen wurde auf einem Parkplatz gefunden.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass der zehnjährige Mirco aus Grefrath einem Sexualverbrecher in die Hände gefallen ist: Eine Zeugin hat auf einem Parkplatz westlich von Grefrath die schwarze Trainingshose des Jungen gefunden. Nach einem DNA-Abgleich sei sicher, dass es sich um die Hose des vermissten Kindes handele, sagte der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel, am Freitag in Mönchengladbach.

Die Frau habe das Kleidungsstück dort am vergangenen Samstag neben einem Mülleimer auf dem Parkplatz zwischen Grefrath und Hinsbeck gefunden und für ihre eigenen Kinder mitgenommen. Alarmiert durch die Medienberichte nach dem Verschwinden des Kindes habe sie sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet und die Hose zu übergeben. Um auch den Inhalt der Mülleimer auf dem Parkplatz zu überprüfen, kamen die Ermittler aber zu spät. Der Müll war am Dienstag bereits abgeholt und verbrannt worden.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die auf dem Parkplatz Verdächtiges beobachtet oder möglicherweise weitere Sachen Mircos von dort mitgenommen haben. Das Fahrrad des Zehnjährigen war östlich von Grefrath am Rand seines Heimwegs von einem Passanten entdeckt und zunächst ebenfalls mitgenommen worden.

Polizei bekam schon mehr als 400 Hinweise

Rund 1000 Polizisten hatten bei einer der größten Suchaktionen in der Geschichte Nordrhein-Westfalens in den vergangenen Tagen das 50 Quadratkilometer große Gebiet durchkämmt, in dem Mircos Handy geortet wurde. Das Mobiltelefon und der Junge blieben aber verschwunden.

Mittlerweile seien rund 400 Hinweise bei der Polizei eingegangen. "Die Hinweisflut reißt nicht ab", sagte Thiel. "Die Suche nach Mirco wird fortgesetzt, bis wir ihn gefunden haben." Im Landeskriminalamt versuchen Experten, ein Täterprofil zu erstellen und suchen nach Zusammenhängen zu ähnlichen Fällen. Einschlägig bekannte Sexualstraftäter der Region erhielten bereits Besuch von der Polizei und wurden befragt. Am Samstag werde erneut eine Hundertschaft der Polizei bestimmte Gebiete absuchen.

mre/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?