Einer der meistgesuchten Drogenhändler Südamerikas ist in Bolivien festgenommen und anschließend in Richtung USA ausgeflogen worden. "Einer der Drogenhändler und Kriminellen, der zu den vier größten des Kontinents zählt, ist gefasst worden", teilte Boliviens Präsident Rodrigo Paz Pereira mit. Es handele sich um ein historisches Ereignis von großer Tragweite, dessen volle Bedeutung sich erst mit der Zeit erschließen werde.
Der Uruguayer Sebastián Marset galt laut den Ermittlern als eine der zentralen Figuren des südamerikanischen Kokainhandels und wurde von mehreren Staaten gesucht. Die US-Drogenbehörde DEA setzte ihn vor seiner Festnahme auf ihre Liste der meistgesuchten Flüchtigen.
Netzwerk in Südamerika und Europa
Eine Anklage in den Vereinigten Staaten wirft ihm vor, eine groß angelegte Organisation geführt zu haben, die Tonnen von Kokain von Südamerika nach Europa transportiert haben soll. Dadurch seien Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe erzielt worden.
Nach Angaben der US-Ermittler soll das Netzwerk in mehreren Ländern aktiv gewesen sein, darunter in Bolivien, Paraguay und Brasilien sowie in europäischen Staaten wie Belgien, Niederlande und Portugal.
Nach Behördenangaben wurde Marset in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in der ostbolivianischen Metropole Santa Cruz de la Sierra festgenommen. Am Morgen wurde er ausgeflogen.