HOME

Familiendrama auf Teneriffa: Vater erschlägt offenbar Frau und Sohn in Höhle - jüngerer Bruder sah Tat mit an und konnte fliehen

Ein Verbrechen von unvorstellbarer Grausamkeit: Offensichtlich hat Thomas H. seine Frau und die zwei Kinder in eine Höhle auf Teneriffa gelockt. Dort soll er die Frau und den älteren Sohn erschlagen haben - dem Jüngeren gelang die Flucht.

Polizisten auf Teneriffa stehen bei einer Suchaktion in einer Straße, die zu einer Höhle führt

Polizisten und Mitglieder der Guardia Civil stehen bei einer Suchaktion in einer Straße, die zu einer Höhle führt

DPA

Das Verbrechen, dass der 43-jährige Thomas H. auf Teneriffa begangen haben soll, ist von nahezu unaussprechlicher Grausamkeit. Und es gibt einen Zeugen, der offenbar alles mit ansehen musste: sein jüngerer Sohn, gerade mal sieben Jahre alt. Thomas H. soll seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und den älteren Bruder, zehn Jahre alt, in einer Höhle auf der Ferieninsel "brutal zu Tode geprügelt" haben, wie ein Polizeisprecher nach seiner Festnahme sagte.

Nach allem, was bislang bekannt ist, lebte Thomas H. schon seit längerer Zeit in der Stadt Adeje. Seine in Deutschland wohnende Familie sei regelmäßig zu Besuch gekommen und zuletzt am Montag eingetroffen, erklärte der Bürgermeister. Am folgenden Tag soll Thomas H. dann die schreckliche Tat begangen haben.

Familie besucht Vater auf Teneriffa

Der jüngere Sohn konnte rechtzeitig fliehen und brachte die Polizei auf die Spur der Horrortat. Über vier Stunden soll er bei der Polizei ausgesagt haben. So schilderte es Annelies H. der "Bild"-Zeitung. Die Niederländerin war von der Polizei als Dolmetscherin hinzugeholt geholt worden, nachdem der Siebenjährige aufgegriffen worden war.

Demnach lief die Tat folgendermaßen ab: Thomas H. habe seine Familie mit auf ein Picknick genommen. Bis dahin soll alles vollkommen in Ordnung gewesen sein. Schließlich habe er seine Familie in eine Höhle gelockt, wo er angeblich Ostergeschenke versteckt hatte. In Höhle habe der Vater dann angefangen, auf die Frau einzuprügeln und sie sei "zu Boden" gefallen: "Dann hat er mit dem Bruder angefangen und der Jüngere hat verstanden, dass er als nächster dran ist. Er sagt, er hat noch einen Stein auf seinen Vater geworfen und dann ist er weg gerannt", gibt Annelies H. die Schilderung des Jungen wider. Danach habe der Junge Glück gehabt, weil er einen anderen Weg wählte, um zurück in den Ort zu laufen: "Und dann hat eine Nachbarin von uns ihn gefunden und zur Polizei gebracht."

Mord in Hagen: Nach diesen Mörder suchte die Polizei jahrzehntelang

Der Junge steht unter Schock

Die Behörden schätzen, dass das Kind bis zu fünf Stunden lang auf der Insel umhergeirrt war. Am Dienstagnachmittag fand eine Frau den Jungen weinend, mit dreckiger Kleidung und unter Schock. "Der Kleine war sehr erschrocken, zitterte, hatte viel Angst und bat darum, dass man ihn nach Deutschland bringt", sagte sie der Zeitung "El Día".

Danach begann sofort die Suche nach den Opfern, die schließlich in der Höhle entdeckt wurden. Am Tatort sei viel Blut gewesen, sagten die Ermittler. Es wurden Spuren eines Kampfes bei Opfern und Verdächtigen nachgewiesen. Über den Zeitpunkt der Festnahme von Thomas H. gibt es widersprüchliche Angaben. Tatsache ist, dass er sich bei der Festnahme heftig wehrte. Seinen Angaben zufolgen sollen die Frau und der Sohn gelebt haben, als er die Höhle verließ. Zuvor hatte er die Tat sogar abgestritten. Freitag wird er dem Haftrichter vorgeführt.

Dei jüngere Sohn wird derzeit in einer Einrichtung von Sozialarbeitern und Psychologen betreut. Laut "Bild" sollen seine Großeltern ihn bald abholen.

Quellen: "BBC News", "Bild", DPA

tis