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Armbrust-Fall: Leichenfunde in Passau und Wittingen: Was die Polizei bisher herausgefunden hat

Der Zusammenhang der Leichenfunde in Passau und Wittingen stellt die Ermittler weiter vor ein Rätsel. Die Todesursache der drei Toten in Passau steht inzwischen fest. Auch die Identität der beiden Leichen in Wittingen ist geklärt. 

Drei tote Personen sind in einem Zimmer der Pension in Passau gefunden worden

Fünf Leichen und drei Armbrüste, eine einsame Pension und eine Wohnung - das sind die Eckdaten eines mysteriösen Kriminalfalles. Noch sind viele Fragen offen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstag einige Ergebnisse der Ermittlungen bekannt gegeben. 

1. Identität der Toten in Wittingen geklärt

Die Identität der beiden tot im niedersächsischen Wittingen gefundenen Frauen ist geklärt. Bei der einen Toten handelt es sich um die 35 Jahre alte Lebenspartnerin der 30-Jährigen, die in Passau starb. Die zweite in Wittingen entdeckte Tote ist eine 19-Jährige, die in dem Ort gemeldet war und aus Rheinland-Pfalz stammte. In welcher Beziehung sie zu dem Frauenpaar stand, war zunächst unklar. 

 

Die 35-Jährige war Grundschullehrerin, die 30-Jährige Bäckerei-Verkaufsleiterin. In der niedersächsischen Wohnung wurden - anders als in Passau - keine Armbrüste oder Pfeile gefunden. Eine Lehrerin der Grund- und Oberschule Wittingen mit den Fächern Deutsch und Religion gilt nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde als vermisst. Seelsorger seien in der Schule, um Schüler, Lehrer und Mitarbeiter zu unterstützen.

2. Vorläufiges Obduktionsergebnis aus Passau liegt vor

Im Fall der drei in einer Passauer Pension gefundenen Leichen liegt ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor. Demnach wurden der Mann und die Frau, die gemeinsam in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet. Bei der 30-Jährigen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen.

Die beiden Leichen im Bett hätten weitere Pfeile aufgewiesen, die den Erkenntnissen nach jedoch erst nach den tödlichen Schüssen ins Herz abgeschossen worden seien. Bei keiner der drei Leichen gebe es Kampf- oder Abwehrspuren. Zudem seien in dem Pensionszimmer zwei Testamente gefunden worden, die von den beiden im Bett liegenden Personen stammten.

3. Obduktion der Toten in Wittingen noch ohne Ergebnis

Nach der Obduktion der Leichen der 35 Jahre und 19 Jahre alten Frauen wurde lediglich bekanntgegeben, dass der Todeszeitpunkt nach ersten Erkenntnissen "einige Tage" zurück liege. Bis zu neuen Erkenntnissen über die Todesursache würden voraussichtlich noch mehrere Tage vergehen. Es müssen noch weitere Untersuchungen in der Rechtsmedizin erfolgen. Es gebe keine Anzeichen für eine äußere Gewalteinwirkung. Ansonsten könnten die Ermittler "noch gar nichts ausschließen".

4. Staatsanwaltschaft geht im Passauer Fall von Tötung auf Verlangen aus

Bei den drei Toten in Passau geht die Staatsanwaltschaft von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. Es gebe weiterhin keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte. Es deute alles darauf hin, dass die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen habe. Man könne das Geschehen auch als erweiterten Suizid betrachten.

Quellen: DPA, Polizei Niederbayern

vit / DPA