VG-Wort Pixel

Strafverfolgung in China Mann nach 28 Jahren verhaftet - wegen Umarmung


Vor 28 Jahren hatte ein Chinese eine Arbeitskollegin gegen ihren Willen umarmt - und wurde jetzt deshalb festgenommen. Der Mann sitzt im Gefängnis, obwohl das entsprechende Gesetz längst abgeschafft ist. Die Behörden lässt auch kalt, dass er mit seinem "Opfer" inzwischen verheiratet ist.

Späte Strafverfolgung: 28 Jahre, nachdem ein Chinese eine Arbeitskollegin gegen ihren Willen umarmt hatte, ist der wegen Rowdytums gesuchte Mann festgenommen worden. Obwohl der Tatbestand längst abgeschafft und der Beschuldigte inzwischen mit der Frau verheiratet ist, will die Polizei den Fall weiter verfolgen.

"Wir befolgen nur das Gesetz", sagte Direktor Ou Zhezhong von der Polizei in Wanning auf der südchinesischen Insel Hainan am Freitag. Eine Freilassung wegen der besonderen Umstände komme nicht infrage.

Auch dass Rowdytum als Anklage 1997 abgeschafft wurde, zähle nicht. "Die Polizei diskutiert den Fall mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht, um zu sehen, was er vor 28 Jahren getan hat und welche Straftat nach heutigem Gesetz vorliegt", sagte der Polizeidirektor.

Verheiratet, drei Kinder, gemeinsame Firma

Nach der Umarmung seiner Kollegin hatten die Eltern damals Anzeige erstattet. Daraufhin war der junge Mann in seine Heimat in der Nachbarprovinz Guangdong geflüchtet. Sein mutmaßliches Opfer folgte ihm allerdings über mehr als tausend Kilometer und heiratete ihn schließlich. Das Paar hat heute drei Kinder - zwei Söhne und eine Tochter - und führt ein Großhandelsgeschäft.

Der inzwischen mehr als 50 Jahre alte Mann sitzt jetzt in einer Zelle im Gefängnis. Seine Festnahme am 3. Oktober wurde in der chinesischen Zeitung "Nanfang Dushibao" als "erfolgreiches Beispiel" in der bis Jahresende laufenden landesweiten Kampagne beschrieben, alte Ermittlungsfälle endlich aufzuklären.

fw/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker