Niederlande ChatGPT-Rede macht Eheschließung ungültig

Paar aus den Niederlanden auf dem Standesamt
Die entscheidenden Worte sprach ein Paar aus den Niederlanden auf dem Standesamt nicht
© Manu Vega / Getty Images
Ein Paar in den Niederlanden ließ sich von einem Freund trauen. Der griff für die Rede auf ChatGPT zurück – doch es fehlte ein wichtiger Teil der Zeremonie.

Künstliche Intelligenz vereinfacht das Leben in vielen Belangen – immer sollte man sich allerdings nicht auf sie verlassen. Schon gar nicht, wenn es um so wichtige rechtliche Vorgänge wie eine Eheschließung geht.

Das jedoch passierte bei einer Trauung in den Niederlanden, berichten niederländische Medien: Ein Paar aus Zwolle wollte sich von einem Bekannten, der dafür die Rolle des Standesbeamten übernahm, trauen lassen. Auch ein offizieller Standesbeamter war anwesend.

Der Laie ließ sich für die Trauung einen Text von ChatGPT ausgeben, der offenbar auch bei Paar und Gästen gut ankam, jedoch eine entscheidende Schwäche hatte: Es fehlte ein Part, der in den Niederlanden unerlässlich ist, um vor dem Gesetz verheiratet zu sein. 

Gericht in den Niederlanden annulliert Ehe

Zwar fragte der Bekannte das Brautpaar laut Gerichtsdokumenten danach, ob sie sich "heute, morgen und an jedem weiteren Tag beistehen" wollten und "sich gegenseitig weiterhin unterstützen, sich gegenseitig necken, zusammenhalten – auch wenn das Leben schwierig wird". Allerdings müssen die Heiratswilligen dem Gesetz nach vor Zeugen bestätigen, dass sie einander als Ehegatten annehmen und alle mit dem Ehestand verbundenen gesetzlichen Pflichten gewissenhaft erfüllen werden. Genau diese Erklärung fehlte in der Zeremonie, so kam keine rechtlich verbindliche Eheschließung zustande.

Dieser Ansicht war das Gericht in Overijssel, das sich mit dem Fall befasste und die Ehe annullierte. Die vermeintliche Eheschließung kam auf den Prüfstand, nachdem sich ein hauptamtlicher Standesbeamter die Aufzeichnung der Trauung noch einmal angehört hatte. 

Die missglückte Trauung fand im April statt, an einem Termin, der für das Brautpaar eine besondere Bedeutung hatte – es war ihr zehnjähriges Jubiläum. Das Paar beantragte deshalb, die Ehe trotz der formellen Mängel administrativ anzuerkennen. Der Richter hielt sich aber lieber an die Vorschriften: "Dem Gericht ist bewusst, dass das in der Urkunde vermerkte Heiratsdatum für Mann und Frau von Bedeutung ist, es kann jedoch das Gesetz nicht ignorieren", heißt es in dem Urteil.

Mittlerweile hat das Paar erneut geheiratet – diesmal hoffentlich ohne juristische Fallstricke.

epp

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