Stromausfall Berlin fordert Bundeswehr an: So hilft das Logistikbataillon 172

Ein Tankwagen der Bundeswehr stellt auf einem Gelände des Technischen Hilfswerks in Berlin Dieselkraftstoff bereit
Ein Tankwagen der Bundeswehr stellt auf einem Gelände des Technischen Hilfswerks in Berlin Dieselkraftstoff bereit
© Christophe Gateau / DPA
Um die Folgen des Stromausfalls in Berlin abzumildern, setzt der Berliner Senat auch auf Amtshilfe der Bundeswehr. Das machen die Soldatinnen und Soldaten in der Hauptstadt.

Sie sind seit Tagen unermüdlich im Einsatz: Die Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Rettungsdiensten, Behördenbedienstete, Mitarbeitende von Stromnetz Berlin sowie unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer, die gemeinsam versuchen, die Folgen des mutwillig herbeigeführten Stromausfalls in Berlin abzumildern.

Zehntausende Haushalte sind im Südwesten der Hauptstadt seit Samstag ohne Strom, nachdem Kriminelle eine Kabelbrücke an einem Heizkraftwerk in Brand gesetzt haben. Die Reparaturarbeiten sollen noch bis Donnerstag andauern.

Bei der Bewältigung der Krise setzt der Berliner Senat neben den zivilen Einsatzkräften jetzt auch auf die Bundeswehr (lesen Sie hier mehr über das Krisenmanagement). Das Logistikbataillon 172 aus dem brandenburgischen Beelitz ist inzwischen in der Hauptstadt im Einsatz.

Bundeswehr hilft bei Stromausfall in Berlin mit Diesel

Der Auftrag für die Soldatinnen und Soldaten: Mithilfe eines 9000 Liter fassenden Tanks die 36 eingesetzten Notstromaggregate mit Diesel betanken. Die Generatoren versorgen unter anderem Pflegeeinrichtungen mit elektrischer Energie, aber auch aufgestellte Lichtmasten des THW. Zudem sollen die Streitkräfte laut Innenverwaltung weitere Notstromaggregate bereitstellen.

Das Logistikbataillon ist prädestiniert für derlei Hilfestellungen: Zu seinen normalen Aufgaben gehören unter anderem die Instandsetzung von Stromerzeugern, aber auch der Transport von Kraftstoffen für die Truppe.

Außerdem seien Soldatinnen und Soldaten an der Ausgabe von warmen Mahlzeiten für Betroffene des Stromausfalls beteiligt und bieten für Feuerwehrleute Schlafgelegenheiten an, wie der Militär-Blog "Augen geradeaus!" berichtet.

Dass die Truppe überhaupt im Inland eingesetzt werden darf, ermöglicht die Ausrufung einer sogenannten Großschadenslage durch Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Sie ermöglicht das leichtere Heranziehen der Streitkräfte im Rahmen der Amtshilfe. Auf Antrag dürfen die Soldaten vorübergehend und in besonderen Ausnahmesituationen wie Naturkatastrophen und großen Unglücksfällen dann auch auf dem Bundesgebiet tätig werden.

Das Amtshilfeersuchen des Berliner Senats läuft am Donnerstagabend aus. Die Behörden hoffen, dass dann der Strom wieder überall fließen wird. Bundeswehr und alle anderen haupt- und ehrenamtlichen Helfer sollen dann wieder abrücken können.

wue

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