Sydney Polizei warnt vor Krawallen am Strand


Am Strand von Cronulla in Sydney haben die jüngsten rassistischen Ausschreitungen begonnen. Für dieses Wochenende sind erneut Krawalle geplant. Die Bürger sollen den Strand deshalb meiden.

Die Polizei in Australien hat vor neuen rassistisch motivierten Unruhen gewarnt und die Bevölkerung dazu aufgerufen, an diesem Wochenende bestimmte Strände zu meiden. "Unseren neuesten Erkenntnissen zufolge plant eine große Zahl von Leuten, am Sonntag zu diesen Orten zu gehen, um Aufruhr zu verursachen", sagte der Polizeichef des Bundesstaates New South Wales, Ken Moroney am Freitag.

"Ich fordere alle Menschen auf, die nicht in diesen Gebieten leben, sich fern zu halten, wenn sie nicht einen guten Grund haben, um dort zu sein." Moroney warnte unter anderem davor, den Strand von Cronulla in Sydney zu besuchen, wo die Unruhen am vergangenen Sonntag mit Angriffen auf arabisch aussehende Jugendliche begonnen hatten.

In rassistischen SMS und E-Mails wurde zu Gewalt am kommenden Sonntag aufgerufen. Medien berichteten über libanesische Jugendliche aus dem ganzen Land, die sich "Löwen aus dem Libanon" nennen würden und sich am Wochenende mit britisch- und irischstämmigen Australiern prügeln wollten. "Wir erwarten etwa 30 Autos und ein paar Busse voller libanesischer, serbischer, italienischer und griechischer Löwen", sagte ein junger Libanese in Melbourne.

Die Polizei kündigte an, mit ihrem größten Einsatz seit den Olympischen Spielen im Jahr 2000 neue Schlägereien verhindern zu wollen. Bis zu 1500 Polizisten - drei Mal so viele wie zurzeit - würden am Samstag und am Sonntag 2000 in den betroffenen Orten eingesetzt. "Es wird abgeriegelte Gebiete, Straßensperren, beschlagnahmte Autos und Festnahmen geben", sagte der Polizeiminister des Bundesstaates, Carl Scully, im Rundfunk. Die Sicherheitskräfte würden "Null Toleranz" üben.

19 Menschen festgenommen

Bereits am Donnerstagabend nahm die Polizei 19 Menschen in Sydney im Zusammenhang mit den Krawallen fest und entdeckte ein Lager mit Material für Brandsätze. Ein Molotov-Cocktail wurde auf Sicherheitskräfte geworfen.

Bei den Angriffen auf Einwanderer am vergangenen Sonntag riefen viele Menschen rassistische Parolen und behaupteten, sie würden "ihren" Strand vor libanesischen Jugendbanden schützen. Danach kam es zwei Nächte lang zu Racheaktionen überwiegend libanesischer und moslemischer Jugendlicher.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker