US-Einwanderungspolizei Trotz Protesten: ICE nimmt erneut Kleinkind in Gewahrsam

ICE-Beamte in Minneapolis
ICE-Beamte in Minneapolis
© Michael Nigro / Imago Images
Die Festnahme eines Fünfjährigen durch Beamte der Einwanderungspolizei ICE in Minneapolis sorgte für Entsetzen. Dennoch scheint es nun einen ähnlichen Fall gegeben zu haben.

Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE sollen in Minneapolis ein kleines Kind und dessen Vater in Gewahrsam genommen haben. Die beiden sollen nach Angaben von Anwälten in den Bundesstaat Texas gebracht worden sein. Mittlerweile befindet sich das zwei Jahre alte Mädchen aber offenbar wieder bei seiner Mutter.

Wie die Familienanwältin Kira Kelley gegenüber mehreren Medien sagte, fand die Festnahme am Donnerstagmittag statt, als Vater und Tochter vom Einkaufen nach Hause kamen. Obwohl ein Bundesrichter die sofortige Freilassung des Mädchens anordnete, wurde es demnach mit dem Vater zusammen in ein Gefängnis nach Texas geflogen.

Das Kind kam nach Angaben der Anwälte am Freitagnachmittag wieder frei. Der Vater befindet sich weiterhin in Haft. 

Familie stammt aus Ecuador

"Das Grauen ist wahrhaft unvorstellbar", sagte Irina Vaynerman, eine weitere Anwältin der Familie, gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian". "Die Verkommenheit des Ganzen ist unbeschreiblich."

Ein Beamter soll die Scheibe des Wagens eingeschlagen haben, in dem sich das Mädchen befand. Einen Durchsuchungsbefehl sollen die ICE-Agenten nicht gehabt haben. Der Vater habe sein Kind nicht an die Mutter oder andere Angehörige abgeben können, bevor er mitgenommen wurde.

Laut dem US-Sender CNN sind der Vater und die Zweijährige Staatsbürger Ecuadors. Das Kind kam als Neugeborenes in die Vereinigten Staaten, seitdem lebt die Familie in Minneapolis und soll Asyl in den USA beantragt haben.

ICE-Beamte nahmen fünfjährigen Jungen fest

In dieser Woche hatte die Festnahme eines fünfjährigen Jungen bereits für Entsetzen gesorgt. Nach Angaben seiner Vorschule wurden der Junge und sein aus Ecuador stammender Vater am Dienstag in der Einfahrt ihres Hauses festgenommen. Anschließend sei der Junge von den Beamten als "Köder" eingesetzt worden, um weitere Menschen aus dem Haus zu locken.

US-Vizepräsident JD Vance behauptete bei einem Besuch in Minneapolis, der Vater des Jungen sei vor den ICE-Beamten "weggelaufen". Die Beamten hätten sich daher um den Jungen kümmern müssen, damit er nicht "erfriert". Der Vorfall hatte die Proteste gegen das Vorgehen der ICE-Beamten in Minneapolis noch einmal angeheizt.

Quellen:  "Guardian", CNN, Nachrichtenagentur AFP

epp

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos