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Aus Mangel an Gift: Utah könnte Todeskandidaten künftig erschießen

2004 wurde im US-Bundesstaat Utah die Hinrichtung durch Erschießen abgeschafft. Jetzt könnte die Methode wieder eingeführt werden, um Engpässen beim Medikament für Giftspritzen auszuweichen.

Eine Hinrichtungskammer in Texas. Im Bundesstaat Utah könnte neben der Giftspritze das Erschießungskommando als Hinrichtungsmethode wieder eingeführt werden.

Eine Hinrichtungskammer in Texas. Im Bundesstaat Utah könnte neben der Giftspritze das Erschießungskommando als Hinrichtungsmethode wieder eingeführt werden.

Im US-Bundesstaat Utah könnte künftig das Erschießen als Hinrichtungsmethode wieder eingeführt werden. Der Senat stimmte am Dienstag (Ortszeit) mit 18 zu zehn Stimmen für die Wiedereinführung von Erschießung als Exekutionsmethode, wenn die nötigen Medikamente für eine Giftinjektion nicht beschafft werden können.

Um Gesetz zu werden, muss die Vorlage allerdings noch von Utahs Gouverneur Gary Herbert unterzeichnet werden. Wie er dazu steht, war zunächst unklar. Initiator des Vorstoßes ist der Republikaner Paul Ray, der die Erschießung für eine schnellere und humanere Variante der Hinrichtung hält als die Giftspritze. Bei einem Erschießungskommando ist nicht klar, wer letztlich tatsächlich der Todesschütze ist. Außerdem habe Herbert Medienberichten zufolge gesagt, dass es zunehmend schwierig sei, die entsprechenden Substanzen für Giftspritzen zu erhalten.

Erschießungskommandos in Oklahoma

Der Bundesstaat Utah hatte 2004 die Erschießungskommandos abgeschafft. Nur für Todeskandidaten, die vor Mai 2004 verurteilt wurden, gab es bislang noch die Wahlmöglichkeit des Erschießens. Zuletzt war 1996 in Utah der verurteilte Kindermörder John Albert Taylor durch ein Erschießungskommando exekutiert worden. Von den 32 US-Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe zulässig ist, arbeitet derzeit nur Oklahoma mit Erschießungskommandos.

Der Supreme Court der USA beschäftigt sich im kommenden Monat mit der Verfassungsmäßigkeit der Giftinjektion als Hinrichtungsmethode. Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen hatte zuletzt eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails ausgelöst. Beim Tod durch die Giftspritze greifen die US-Behörden immer wieder auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.

kup/DPA/AFP / DPA
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